Kurzantwort

«Schweizer Solarmodule» sind 2026 zur Nische geworden. Der bekannteste Schweizer Hersteller, Meyer Burger, ist in eine Nachlassstundung geraten und hat die Produktion faktisch aufgegeben. Was in der Schweiz bleibt, sind Spezialisten – für gebäudeintegrierte, farbige oder besonders ästhetische Lösungen – sowie Betriebe, die Module hier konfektionieren. Die Standardmodule fürs Einfamilienhaus-Dach kommen dagegen fast immer aus asiatischer Produktion. Das ist keine Qualitätsfrage, sondern Marktrealität. (Stand: Juli 2026)

Das Wichtigste in Kürze

    • Meyer Burger, lange das Aushängeschild der Schweizer Modulproduktion, steckt in der Nachlassstundung und produziert faktisch nicht mehr.
    • Eine breite Schweizer Serienfertigung von Standardmodulen gibt es 2026 praktisch nicht.
    • Was bleibt, sind Schweizer Spezialisten für gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV), Indach-Systeme, farbige und Sondermodule.
    • Für das klassische Hausdach kommen die Module in aller Regel von grossen asiatischen Tier-1-Herstellern.
    • Herkunft ist ein legitimes Kaufkriterium – wichtiger für die nächsten 25 Jahre sind aber Hersteller-Stabilität, Garantie und Ersatzteilverfügbarkeit.

    Gibt es 2026 noch Schweizer Solarmodule?

    Nur noch in Nischen. Die Vorstellung einer starken Schweizer Modulindustrie stammt vor allem von einem Namen: Meyer Burger. Das Unternehmen mit Wurzeln im Berner Oberland galt jahrelang als europäische Hoffnung gegen die asiatische Übermacht. 2025 und 2026 hat sich diese Hoffnung praktisch aufgelöst: Für die Schweizer Gesellschaften wurde eine Nachlassstundung bewilligt, die verbliebenen Stellen in der Schweiz wurden gekündigt, und die Aktie wurde von der Schweizer Börse dekotiert. Eine Serienproduktion von Modulen findet damit faktisch nicht mehr statt.

    Das ist bitter für den Standort, aber wichtig zu wissen, wenn Ihnen jemand «Schweizer Qualitätsmodule von Meyer Burger» anbietet: Bei einer Anlage, die 25 Jahre halten soll, zählt nicht nur das Modul, sondern die Frage, ob es in fünf Jahren noch einen Garantiepartner gibt. Genau diese Frage behandelt der Beitrag Modulgarantien im Vergleich.

    Welche Schweizer Anbieter bleiben – und wofür?

    Verschwunden ist die Schweizer Photovoltaik damit nicht. Sie hat sich auf das verlagert, wo Schweizer Betriebe stark sind: Spezial- und Systemlösungen statt Massenware.

    • Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV): Fassaden- und Dachlösungen, bei denen das Modul selbst zur Gebäudehülle wird. Hier gibt es Schweizer Anbieter mit langjähriger Erfahrung.
    • Indach-Systeme: Schweizer Montagesysteme, die Standardmodule in die Dachfläche integrieren, statt sie aufzuständern. Mehr dazu im Beitrag Indach-Systeme im Vergleich.
    • Farbige und ästhetische Module: für Schutzobjekte, Kernzonen und anspruchsvolle Architektur – ein Feld, in dem Schweizer Technologie mitspielt. Verwandt ist die Idee der Solarziegel.

    Wichtig zur Einordnung: Auch bei vielen «Schweizer» Lösungen kommt die eigentliche Solarzelle aus asiatischer Produktion; das Schweizer am Produkt ist die Systemtechnik, die Konfektion oder das Design. Das ist kein Etikettenschwindel – es ist die Struktur des heutigen Weltmarkts.

    Was bedeutet «Herkunft» für meine Kaufentscheidung?

    Der Weltmarkt für Standardmodule wird von grossen asiatischen Herstellern dominiert – das ist keine Notlösung, sondern gelebte Realität in praktisch jeder Anlage, die heute in der Schweiz gebaut wird. Diese Tier-1-Hersteller liefern durchgehend gute Qualität; welche 2026 vorne mitspielen, zeigt der Beitrag Die besten Solarmodule 2026.

    Wenn Ihnen Herkunft aus Überzeugung wichtig ist – regionale Wertschöpfung, kürzere Lieferketten, Vertrauen in europäische Standards –, ist das ein völlig legitimes Kriterium. Die ehrliche Abwägung zwischen chinesischen und europäischen Modulen, inklusive der Preisunterschiede und der Frage nach der Garantie-Sicherheit, behandelt der Beitrag Chinesische oder europäische Module.

    SegmentWo Schweizer Anbieter stark sindWo der Weltmarkt liefert
    Standardmodule HausdachseltenRegelfall (asiatische Tier-1-Hersteller)
    Indach / BIPV / Fassadeja, mit System- und DesignkompetenzZelle meist importiert
    Farbige / Sondermoduleja, spezialisiert

    Grobe Einordnung, Stand: Juli 2026. Die Marktlage einzelner Hersteller ändert sich schnell – massgebend ist die Verfügbarkeit zum Zeitpunkt Ihrer Offerte.

    Aus der Praxis

    Der Wunsch nach einem «Schweizer Modul» kommt bei uns regelmässig auf den Tisch – und wir nehmen ihn ernst. Nur müssen wir dann ehrlich einordnen, was der Markt hergibt. Für ein klassisches Einfamilienhaus-Dach in der Region Zürich verbauen wir in aller Regel bewährte Module aus asiatischer Produktion, weil sie das beste Verhältnis aus Qualität, Garantie und Verfügbarkeit bieten. Wo Schweizer Technik wirklich glänzt, ist bei sichtbaren Dächern und Fassaden – Indach, Farbe, Integration. Dort empfehlen wir sie aus Überzeugung. Was wir seit dem Meyer-Burger-Aus nicht mehr tun: mit dem Etikett «Swiss made» werben, wo keine dauerhafte Garantie dahintersteht.

    Häufige Fragen

    Kann ich 2026 noch Solarmodule von Meyer Burger kaufen?

    Faktisch nein. Die Schweizer Gesellschaften von Meyer Burger sind in eine Nachlassstundung geraten, die Produktion wurde aufgegeben und die Aktie dekotiert. Von einem Modul ohne gesicherten Garantiepartner raten wir ab – bei einer Lebensdauer von Jahrzehnten ist die dauerhafte Erreichbarkeit des Herstellers entscheidend.

    Sind asiatische Module schlechter als Schweizer?

    Nein. Der Weltmarkt für Standardmodule wird von asiatischen Tier-1-Herstellern dominiert, die durchgehend gute Qualität liefern. «Schweizer» Qualität zeigt sich heute vor allem in Systemtechnik, Indach-Lösungen und Design – die Zelle darin stammt oft ebenfalls aus asiatischer Produktion.

    Wofür lohnen sich Schweizer Spezialmodule?

    Vor allem für sichtbare Dachflächen, Fassaden und anspruchsvolle Architektur – dort, wo Ästhetik und Gebäudeintegration zählen. Für Schutzobjekte und Kernzonen sind farbige oder integrierte Lösungen oft die einzige bewilligungsfähige Variante. Für ein normales Hausdach ist ein Standardmodul in der Regel die wirtschaftlichere Wahl.

    Ist ein europäisches Modul eine Alternative zum Schweizer?

    Für viele, denen Herkunft wichtig ist, ja. Es gibt europäische Hersteller, allerdings ebenfalls in einem schwierigen Marktumfeld. Die Abwägung – Preis, Verfügbarkeit, Garantie-Sicherheit – behandelt der Beitrag zu chinesischen und europäischen Modulen.

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    Schweizer Technik, wo sie wirklich zählt.

    Wir sagen Ihnen ehrlich, wo sich ein Schweizer Indach- oder Speziallösung lohnt und wo ein bewährtes Standardmodul die klügere Wahl ist – abgestimmt auf Ihr Dach.

    Quellen: Öffentliche Berichterstattung zur Lage von Meyer Burger (2025/2026), Swissolar-Fachinformationen, Marktbeobachtung der ecoEn GmbH (Region Zürich). Die Marktlage einzelner Hersteller ändert sich schnell – Stand Juli 2026.

    Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion