Der Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil des einfallenden Sonnenlichts ein Modul in Strom umwandelt. Moderne Module liegen typischerweise bei rund 20 bis 23 Prozent. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Leistung pro Quadratmeter – wichtig vor allem bei knappem Dach. Auf grossen Flächen ist er weniger entscheidend als oft angenommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkungsgrad = Anteil des Sonnenlichts, der zu Strom wird; der Rest geht als Wärme verloren.
- Heutige Module liegen meist bei rund 20 bis 23 Prozent – deutlich mehr als noch vor zehn Jahren.
- Höherer Wirkungsgrad heisst mehr Leistung auf gleicher Fläche, nicht automatisch mehr Ertrag pro Franken.
- Bei begrenztem Dach ist der Wert bares Geld wert, auf grossen Dächern zweitrangig.
- Der Wirkungsgrad der Anlage insgesamt hängt auch vom Wechselrichter und den Bedingungen ab.
Was misst der Wirkungsgrad genau?
Auf jeden Quadratmeter Dach trifft bei vollem Sonnenschein eine bestimmte Menge Energie. Der Wirkungsgrad sagt, welcher Anteil davon als elektrische Leistung aus dem Modul herauskommt. Ein Wirkungsgrad von 22 Prozent bedeutet: Gut ein Fünftel des einfallenden Lichts wird zu Strom, der Rest geht überwiegend als Wärme verloren.
Das klingt nach wenig, ist aber technisch beachtlich – und der Wert ist über die Jahre stetig gestiegen. Module, die vor zehn Jahren verbaut wurden, lagen oft deutlich tiefer. Heute sind rund 20 bis 23 Prozent bei guten Modulen üblich.
Richtwerte, Stand: Juli 2026. Die konkreten Werte finden Sie im Datenblatt des jeweiligen Moduls.
Warum ist ein höherer Wirkungsgrad nützlich?
Der praktische Nutzen ist einfach: Mehr Wirkungsgrad heisst mehr Leistung auf derselben Fläche. Zwei Module gleicher Grösse, aber unterschiedlichen Wirkungsgrads liefern unterschiedlich viel Strom. Das wird überall dort entscheidend, wo die Dachfläche knapp ist.
Ein Beispiel: Wer auf einem kleinen Dach nur Platz für zwölf Module hat, holt mit hocheffizienten Modulen spürbar mehr Kilowatt heraus als mit durchschnittlichen. Über 25 Jahre gerechnet summiert sich dieser Unterschied. Genau deshalb sind hocheffiziente Module bei engen Dächern die richtige Wahl – ein Zusammenhang, den auch der Beitrag Monokristallin vs. polykristallin aufgreift.
Wann ist der Wirkungsgrad zweitrangig?
Jetzt der Teil, den die Modulwerbung selten betont: Auf einem grossen, freien Dach ist der Wirkungsgrad des einzelnen Moduls nicht das entscheidende Kriterium. Wenn ohnehin genug Fläche vorhanden ist, um die gewünschte Leistung zu installieren, zählt eher das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein etwas günstigeres Modul mit minim tieferem Wirkungsgrad kann dann die wirtschaftlichere Wahl sein – man stellt einfach ein oder zwei Module mehr aufs Dach.
Kurz gesagt: Der Wirkungsgrad ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Er löst das Problem knapper Fläche. Wo dieses Problem nicht besteht, muss man es sich auch nicht teuer erkaufen.
Wirkungsgrad des Moduls vs. Wirkungsgrad der Anlage
Ein verbreitetes Missverständnis: Der Modulwirkungsgrad ist nicht der Ertrag der ganzen Anlage. Auf dem Weg vom Modul bis zur Steckdose gibt es weitere Faktoren:
- Der Wechselrichter wandelt den Strom um und hat selbst einen (sehr hohen) Wirkungsgrad.
- Temperatur beeinflusst die Leistung: Module liefern bei grosser Hitze etwas weniger, wie der Beitrag Hitze & Leistung erklärt.
- Ausrichtung, Verschattung und Verkabelung spielen ebenfalls hinein.
Was am Ende an Jahresertrag herauskommt, misst man deshalb sinnvollerweise pro installiertem Kilowatt – dazu mehr unter Ertrag pro kWp in der Schweiz.
Der Wirkungsgrad ist der Wert, mit dem in Verkaufsgesprächen am liebsten operiert wird – weil er sich gut vergleichen lässt und beeindruckend klingt. Wir drehen die Frage in der Beratung lieber um: Wie viel nutzbare Fläche haben Sie, und wie viel Leistung wollen Sie darauf unterbringen? Ist das Dach gross genug, spielt das letzte halbe Prozent Wirkungsgrad kaum eine Rolle. Ist es knapp, wird der Wert plötzlich wichtig. Die Fläche entscheidet, nicht der Prospekt.
Häufige Fragen
Welcher Wirkungsgrad ist heute gut?
Gute Module liegen derzeit bei rund 20 bis 23 Prozent (Stand: Juli 2026). Werte in diesem Bereich sind Standard; deutlich höhere gibt es, kosten aber Aufpreis, der sich nur bei knapper Fläche lohnt.
Bedeutet ein höherer Wirkungsgrad mehr Ertrag?
Mehr Leistung pro Fläche – ja. Mehr Ertrag pro investiertem Franken – nicht zwingend. Auf grossen Dächern kann ein günstigeres Modul mit etwas tieferem Wirkungsgrad wirtschaftlicher sein.
Verliert ein Modul mit der Zeit an Wirkungsgrad?
Ja, langsam. Diese sogenannte Degradation liegt bei modernen Modulen pro Jahr im sehr tiefen Bereich; Hersteller garantieren auch nach 25 Jahren noch einen grossen Teil der Anfangsleistung. Details: Degradation von Solarmodulen.
Warum wird nicht mehr als rund 23 Prozent erreicht?
Weil klassische Silizium-Zellen physikalische Grenzen haben. An höheren Wirkungsgraden wird geforscht, etwa mit neuen Zelltechnologien – für heutige Hausdächer sind sie aber noch keine Standardlösung.
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Quellen: EnergieSchweiz, Swissolar, Herstellerdatenblätter.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion

