Als Richtwert liefert eine gut ausgerichtete Solaranlage in der Schweiz rund 950 bis 1’100 Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung und Jahr. Der genaue Wert hängt von Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Standort ab – im Alpenraum liegt er höher, im nebligen Mittelland-Winter tiefer. Für die überschlägige Planung ist der Wert von rund 1’000 kWh pro kWp eine brauchbare Faustzahl. (Stand: Juli 2026)
Das Wichtigste in Kürze
- Richtwert für die Region: rund 950 bis 1’100 kWh pro kWp und Jahr bei guter Ausrichtung.
- «Pro kWp» macht Anlagen vergleichbar – unabhängig von ihrer Grösse.
- Nach oben bewegen den Wert: gute Südausrichtung, optimale Neigung, keine Verschattung, sonnenreiche Lage.
- Nach unten: Verschattung, ungünstige Ausrichtung, viel Nebel – jeder Faktor kostet einen Teil.
- Der Wert ist ein Richtwert, keine Garantie: Das Wetter schwankt von Jahr zu Jahr spürbar.
Was bedeutet «Ertrag pro kWp»?
Die Kennzahl klingt technisch, ist aber die ehrlichste Vergleichsgrösse überhaupt. Das kWp – Kilowatt-Peak – beschreibt die genormte Leistung einer Anlage; es sagt, wie gross sie ist. Der Ertrag pro kWp sagt, wie viel Strom jedes dieser Kilowatt übers Jahr tatsächlich liefert. Erst diese Zahl macht Anlagen vergleichbar: Eine grosse Anlage produziert absolut mehr als eine kleine – aber ob sie gut produziert, zeigt sich erst, wenn man den Ertrag auf die Leistung bezieht.
Ein Beispiel macht es greifbar: Eine 10-kWp-Anlage mit einem Ertrag von 1’000 kWh pro kWp liefert im Jahr rund 10’000 kWh. Dieselbe Anlage an einem schlechteren Standort oder mit Verschattung kommt vielleicht nur auf 8’500 kWh – dieselbe Leistung, ein Fünftel weniger Ernte. Der Ertrag pro kWp ist der Massstab, an dem sich das ablesen lässt.
Mit welchem Ertrag darf ich in der Schweiz rechnen?
Der belastbare Richtwert für eine gut ausgerichtete Anlage in der Region liegt bei rund 950 bis 1’100 kWh pro kWp und Jahr. Für die überschlägige Planung genügt die runde Faustzahl von etwa 1’000 kWh pro kWp – bequem zu merken und nah genug an der Realität, um Grössenordnungen abzuschätzen.
Diese Faustzahl ist auch der Grund, warum sich Anlagengrösse und Jahresverbrauch so einfach zusammenbringen lassen: Grob entspricht 1 kWp installierter Leistung rund 1’000 kWh Jahresertrag – wie man daraus die passende Anlagengrösse berechnet, zeigt der eigene Beitrag. Für die genaue Zahl an Ihrem Standort gilt aber immer: Der Richtwert ordnet ein, die verbindliche Prognose liefert die Planung am konkreten Dach.
Richtwerte, Stand: Juli 2026 – der tatsächliche Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung und Verschattung ab und schwankt wetterbedingt von Jahr zu Jahr.
Welche Faktoren bewegen den Ertrag nach oben oder unten?
Der Richtwert ist ein Mittelwert – Ihr Dach liegt darüber oder darunter, je nach vier Faktoren:
| Faktor | Wirkung auf den Ertrag |
|---|---|
| Ausrichtung | Süd am höchsten; Ost/West etwas weniger; Nord deutlich weniger |
| Neigung | ein mittlerer Winkel ist ideal; sehr flach oder sehr steil kostet etwas |
| Verschattung | der grösste einzelne Minderungsfaktor – schon wenig Schatten wirkt |
| Standort/Lage | sonnenreiche und höher gelegene Lagen liefern mehr als der neblige Talboden |
Vereinfachte Übersicht, Stand: Juli 2026. Die Faktoren wirken zusammen; die genaue Prognose liefert die Standortanalyse.
Zwei dieser Faktoren verdienen einen zweiten Blick. Verschattung ist der Faktor, den viele unterschätzen: Ein Kamin, ein Baum, das Nachbargebäude – schon ein Schatten, der täglich über einen Teil der Anlage wandert, kostet mehr Ertrag, als seine Fläche vermuten lässt, warum das so ist, erklärt der Ratgeber zur Verschattung. Ausrichtung und Neigung dagegen sind weniger kritisch, als oft angenommen: Ein leicht von Süden abweichendes Dach oder ein nicht ganz optimaler Winkel kostet nur wenige Prozent – gut reicht hier meistens, perfekt muss es nicht sein.
Warum liefert die Alpenlage mehr – und der Winter weniger?
Zwei geografische Effekte prägen den Schweizer Ertrag besonders. Der erste ist die Höhenlage: Über der Nebelgrenze scheint im Winter die Sonne, während das Mittelland unter der Hochnebeldecke liegt. Alpine und höher gelegene Standorte liefern deshalb übers Jahr mehr – und vor allem im Winterhalbjahr, wenn Strom am wertvollsten ist. Das ist der Grund, warum alpine Solaranlagen als Ergänzung zur Talproduktion diskutiert werden.
Der zweite Effekt ist die Jahreszeit. Der Ertrag verteilt sich in der Schweiz sehr ungleich: Der grössere Teil fällt ins Sommerhalbjahr, der Winter trägt deutlich weniger bei – kürzere Tage, tiefe Sonne, Nebel im Mittelland. Das ist kein Mangel der Anlage, sondern Physik, und in jeder seriösen Ertragsrechnung eingepreist. Wer die Winterproduktion realistisch einordnen will, findet die Details im Ratgeber Photovoltaik im Winter. Für die Jahreszahl gilt: Der Richtwert von rund 1’000 kWh pro kWp ist bereits der Durchschnitt über das ganze Jahr, Sommer und Winter zusammengerechnet.
«Wie viel wirft die Anlage denn ab?» ist eine der ersten Fragen in fast jedem Gespräch – und wir antworten bewusst mit einer Spanne, nicht mit einer Punktzahl. Rund 950 bis 1’100 Kilowattstunden pro Kilowatt, sagen wir, und schauen dann aufs konkrete Dach: Wie steht es zur Sonne, wirft irgendetwas Schatten, wie steil ist es? Was wir vermeiden, ist die verlockend genaue Zahl – «Ihr Dach macht 10’437 kWh im Jahr». Solche Scheingenauigkeit hält keiner Wetterrealität stand: Zwei aufeinanderfolgende Jahre können sich allein wegen des Wetters spürbar unterscheiden, und ein einzelner trüber Sommer sagt nichts über die Anlage. Wir rechnen darum mit ehrlichen Richtwerten und sagen dazu, dass der Wert schwankt. Wer nach dem ersten Betriebsjahr seine reale Zahl kennt, hat ohnehin den besseren Massstab als jede Prognose.
Häufige Fragen
Wie viele kWh liefert eine 10-kWp-Anlage im Jahr?
Als Richtwert rund 9’500 bis 11’000 kWh – gerechnet mit 950 bis 1’100 kWh pro kWp bei guter Ausrichtung. Der genaue Wert hängt von Standort, Ausrichtung und Verschattung ab und schwankt wetterbedingt von Jahr zu Jahr. Für die Grössenordnung ist die Faustzahl von 1’000 kWh pro kWp brauchbar.
Warum schwankt der Ertrag von Jahr zu Jahr?
Weil das Wetter schwankt. Ein sonnenreiches Jahr liefert spürbar mehr als ein trübes, ohne dass sich an der Anlage etwas geändert hätte. Deshalb beurteilt man den Ertrag nie an einem einzelnen Jahr, sondern im Mittel über mehrere – und vergleicht am besten gleiche Monate über die Jahre.
Bringt ein Süddach wirklich viel mehr als Ost-West?
Weniger, als viele denken. Süd liefert den höchsten Ertrag pro Modul, aber die Abweichung bei Ost- oder Westausrichtung beträgt oft nur wenige Prozent – und wird auf dem Flachdach durch die grössere Modulzahl teils wieder ausgeglichen. Verschattung kostet mehr Ertrag als eine leichte Abweichung von Süden.
Wie finde ich den Ertrag speziell für mein Dach heraus?
Eine erste Einschätzung liefert das amtliche Portal sonnendach.ch adressgenau. Die verbindliche Prognose macht ein Fachbetrieb mit einer Standortanalyse, die Ausrichtung, Neigung und Verschattung berücksichtigt. Beide zusammen ergeben ein realistisches Bild – die Faustzahl allein ist nur der Startpunkt.
Ist der Ertrag im Alpenraum wirklich höher?
Ja, vor allem im Winter: Über der Nebelgrenze scheint die Sonne, während das Mittelland unter Hochnebel liegt. Höher gelegene Standorte liefern deshalb übers Jahr mehr und gerade im Winterhalbjahr, wenn Strom besonders wertvoll ist. Für das typische Eigenheim im Mittelland bleibt der Richtwert von rund 1’000 kWh pro kWp aber die passende Grösse.
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Quellen: Bundesamt für Energie BFE, EnergieSchweiz; sonnendach.ch (BFE/swisstopo); Erfahrungswerte aus der Planungspraxis der ecoEn GmbH, Region Zürich.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion

