In Küsnacht am Zürichsee haben wir auf einem Einfamilienhaus eine Photovoltaikanlage mit 24,71 kWp realisiert und mit einem Salz-Batteriespeicher von rund 18 kWh kombiniert. Das Haus deckt damit einen grossen Teil seines Strombedarfs selbst und bleibt dank Notstromfunktion bei einem Netzausfall teilweise versorgt. In Betrieb seit Mai 2023.
Das Wichtigste in Kürze
- 24,71 kWp auf dem Süddach – 61 Module mit je 405 Wattpeak.
- Speicher aus Salz statt Lithium: nicht brennbar und ohne kritische Rohstoffe.
- Notstromfähig und teilweise inselfähig – bei einem Stromausfall laufen wichtige Verbraucher weiter.
- Zwei Wechselrichter kombiniert, damit Ertrag und Speicher optimal zusammenspielen.
- Netzbetreiber: Werke am Zürichsee. Inbetriebnahme: Mai 2023.
Was war die Ausgangslage?
Die Eigentümerschaft in Küsnacht wollte zwei Dinge verbinden, die sich auf den ersten Blick etwas beissen: einen möglichst hohen Anteil an eigenem Solarstrom und einen Speicher, bei dem weder Brandschutz noch Rohstoffherkunft ein Thema sind. Das Dach – nach Süden ausgerichtet, mit moderater Neigung – bot dafür eine gute Grundlage.
Gerade am Zürichsee ist die Frage nach der Sicherheit im Keller berechtigt: Ein Batteriespeicher steht oft im Technikraum neben Heizung und Waschküche. Wer dort keinen Lithiumspeicher möchte, hat mit einer Salz-Batterie eine ernsthafte Alternative – das war der Ausgangspunkt für die Planung.
Welche Lösung haben wir umgesetzt?
Auf das Süddach kamen 61 Module mit zusammen 24,71 kWp. Für die Umwandlung setzen wir zwei Wechselrichter ein: einen netzgekoppelten Huawei-Wechselrichter für die laufende Einspeisung und einen Victron-Laderegler, der den Salzspeicher bedient. Diese Aufteilung klingt aufwendiger, als sie ist – sie sorgt dafür, dass Solarertrag und Speicher sauber getrennt geregelt werden und die Notstromfunktion zuverlässig arbeitet.
| Komponente | Ausführung |
|---|---|
| Leistung | 24,71 kWp (DC) / 21 kVA (AC) |
| Module | 61 × Tommatech, je 405 Wp |
| Wechselrichter | Huawei SUN2000-12KTL-M2 (netzgekoppelt) + Victron SmartSolar RS450 |
| Speicher | Salz-Batteriespeicher, rund 18 kWh |
| Besonderheit | Notstromfunktion, teilweise inselfähig |
| Dach | Schrägdach, Ausrichtung Süd, Neigung rund 22–27° |
| Netzbetreiber | Werke am Zürichsee |
| Inbetriebnahme | Mai 2023 |
Angaben gemäss Mess- und Prüfprotokoll der Anlage. Die Ertragswerte einer Anlage hängen von Ausrichtung, Verschattung und Nutzung ab.
Warum ein Salz-Batteriespeicher?
Ehrlich gesagt: Für die meisten Einfamilienhäuser ist ein Lithiumspeicher nach wie vor die kompaktere und preisgünstigere Wahl. Der Salzspeicher spielt seine Stärken dort aus, wo andere Kriterien im Vordergrund stehen – und genau das war hier der Fall.
Die Vorteile, die in diesem Projekt den Ausschlag gaben: Die Zellen sind nicht brennbar, sie kommen ohne Kobalt und Lithium aus, und sie vertragen viele Ladezyklen, ohne stark zu altern. Dem gegenüber stehen ein grösserer Platzbedarf und höhere Kosten pro Kilowattstunde. Wer diese Abwägung kennt und die Sicherheits- und Nachhaltigkeitsargumente höher gewichtet, trifft mit einer Salz-Batterie eine bewusste und langlebige Entscheidung. Die grundsätzliche Einordnung dazu liefert unser Beitrag Batteriespeicher: Technik und Chemie.
Wie lief die Umsetzung ab?
Von der Planung bis zur Inbetriebnahme führt bei uns immer derselbe Weg – die technische Planung, die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Montage und am Schluss die Abnahme mit Mess- und Prüfprotokoll. Bei den Werken am Zürichsee ist der Anmeldeprozess unkompliziert; entscheidend ist, dass die Unterlagen von Anfang an vollständig sind.
Die eigentliche Montage auf dem Süddach war dank guter Zugänglichkeit zügig erledigt. Etwas mehr Sorgfalt verlangte die Einbindung des Speichers samt Notstromumschaltung: Bei einem Netzausfall muss die Anlage sauber vom Netz trennen und die definierten Verbraucher weiterversorgen. Diese Umschaltung prüfen wir bei der Abnahme immer real – ein kurzer, aber wichtiger Moment, bei dem sich zeigt, ob im Ernstfall alles wie geplant funktioniert.
Was bringt die Anlage im Betrieb?
Die Anlage produziert einen Grossteil des Stroms, den das Haus über das Jahr braucht, selbst – tagsüber direkt, abends aus dem Speicher. Ein belastbarer Richtwert für die Region liegt bei rund 950 bis 1’100 kWh pro kWp und Jahr; der genaue Wert hängt von Ausrichtung, Wetter und Nutzung ab. Wie viel davon im Haus bleibt und wie viel ins Netz geht, entscheidet das Verbrauchsprofil – der Speicher verschiebt diesen Anteil spürbar zugunsten des Eigenverbrauchs.
Der zusätzliche Nutzen, der sich schwer in einer Zahl ausdrücken lässt: Bei einem Stromausfall steht das Haus nicht komplett im Dunkeln. Wie weit die Rechnung im Einzelfall aufgeht, ob mit oder ohne Speicher, ordnet der Beitrag Eigenverbrauch oder Einspeisen? ein.
Salzspeicher sind grösser und schwerer als ein vergleichbarer Lithiumspeicher – das unterschätzen viele bei der Planung. Wir klären den Aufstellort und den Transportweg in den Technikraum darum früh, nicht erst am Montagetag. In diesem Projekt hat sich das ausgezahlt: Der Speicher stand am Ende genau dort, wo er hingehörte, ohne Improvisation vor Ort.
Häufige Fragen
Ist ein Salz-Batteriespeicher sicher im Wohnhaus?
Ja. Salz-Batterien sind nicht brennbar und geben keine kritischen Gase ab. Das ist einer der Hauptgründe, warum sie im Technikraum eines Einfamilienhauses eine gute Figur machen – gerade dort, wo der Speicher neben der Heizung steht.
Wie unterscheidet sich ein Salzspeicher von einem Lithiumspeicher?
Der Salzspeicher ist nicht brennbar und kommt ohne Kobalt und Lithium aus, braucht dafür mehr Platz und kostet pro Kilowattstunde mehr. Für welchen Haushalt was passt, hängt von den Prioritäten ab – die Einordnung liefert der Beitrag Batteriespeicher im Winter.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Die Anlage trennt sich vom Netz und versorgt definierte Verbraucher aus dem Speicher weiter. Sie ist teilweise inselfähig – die genaue Abdeckung wird bei der Planung festgelegt.
Kann ich eine ähnliche Anlage bei mir realisieren?
In den meisten Fällen ja. Ausschlaggebend sind Dach, Verbrauch und Ihre Prioritäten bei der Speichertechnik. Am besten klären wir das in einer unverbindlichen Erstberatung – mit Blick auf Ihr Dach und Ihren Stromverbrauch.
Kostenlose Erstberatung
Ein ähnliches Projekt geplant?
Ob Süddach, Speicher oder Notstromfunktion – wir schauen uns Ihre Situation an und sagen ehrlich, was sinnvoll ist. Kostenlos und unverbindlich.
Quellen: Mess- und Prüfprotokoll der Anlage (ecoEn), Angaben der Werke am Zürichsee.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion

