Kurzantwort

Ob Ihr Dach für eine Solaranlage geeignet ist, prüfen Sie in zehn Minuten selbst: Adresse auf sonnendach.ch eingeben und die Eignungsklasse ablesen – schon «gut» reicht in den meisten Fällen. Ein Süddach ist dabei kein Muss; kritischer als die Himmelsrichtung ist Schatten. Verbindlich wird die Einschätzung erst nach einer Besichtigung, denn Dachzustand und nutzbare Fläche sieht kein Online-Tool. (Stand: Juli 2026)

In diesem Kapitel lernen Sie

  • wie Sie die Eignung Ihres Dachs in zehn Minuten kostenlos selbst prüfen;
  • warum ein Ost-West-Dach besser ist als sein Ruf – und Schatten wichtiger als die Himmelsrichtung;
  • was das Online-Tool nicht sieht und wann der Profi ran muss.

Der Zehn-Minuten-Check: sonnendach.ch

Der erste Schritt kostet nichts und braucht kein Vorwissen: Der Bund hat für praktisch jedes Gebäude der Schweiz berechnet, wie viel Sonne auf jede einzelne Dachfläche fällt. Sie öffnen sonnendach.ch, geben Ihre Adresse ein und sehen Ihr Dach farblich markiert – von «gering» bis «hervorragend».

Der wichtigste Lesehinweis gleich vorweg, weil die Skala regelmässig in die Irre führt: Schon die Klasse «gut» reicht in den meisten Fällen für eine wirtschaftliche Anlage. «Gut» klingt nach Mittelmass, ist es aber nicht – der Ertragsunterschied zwischen einem guten und einem hervorragenden Dach ist deutlich kleiner, als die Farbskala suggeriert. Wer nur bei Dunkelrot weiterliest, verschenkt in den meisten Quartieren der Region ein taugliches Dach.

Notieren Sie sich aus dem Tool drei Dinge: die Eignungsklasse Ihrer grössten Dachfläche, die ungefähre Fläche und die Ausrichtung. Mehr braucht es für den Anfang nicht – wie Sie alle Angaben im Detail lesen und was die Zahlen bedeuten, erklärt der Beitrag sonnendach.ch richtig nutzen.

Muss es ein Süddach sein?

Nein – und dieses Vorurteil hält sich hartnäckiger als jedes andere. Die theoretisch beste Lage ist tatsächlich ein Süddach mit mittlerer Neigung. Aber die Praxis ist versöhnlicher, als die Theorie klingt: Abweichungen nach Südost oder Südwest kosten meist nur wenige Prozent Ertrag, und selbst das oft belächelte Ost-West-Dach hat einen eigenen Vorteil. Es produziert zwar in der Summe etwas weniger als das ideale Süddach, verteilt seinen Strom dafür gleichmässiger über den Tag – morgens und abends, wenn im Haushalt tatsächlich jemand da ist. Für den Eigenverbrauch, das Zauberwort aus Kapitel 1, ist das ein echtes Plus.

Auch die Dachneigung ist selten ein Ausschlusskriterium: Flachere und steilere Dächer als das Ideal funktionieren, Flachdächer sowieso – dort werden die Module aufgeständert und in die passende Neigung gebracht. Die Feinheiten von Ausrichtung und Neigung hat der Ratgeber im Detail; für den Guide genügt die Faustregel: Fast jedes Dach ist geeignet – die Frage ist nicht ob, sondern wie man es belegt.

Der Punkt, der wirklich zählt: Schatten

Wenn ein Dach Probleme macht, dann selten wegen der Himmelsrichtung – sondern wegen Schatten. Verschattung wirkt stärker, als die meisten erwarten, denn ein beschattetes Modul zieht je nach Anlagentechnik weitere mit hinunter. Ein einzelner Kamin mitten in der besten Fläche, der Nachbarbaum, der jeden Nachmittag seinen Schatten übers Dach schiebt, das höhere Gebäude südlich davon: Das sind die Kandidaten, die eine Planung wirklich beschäftigen.

So prüfen Sie selbst, ohne Werkzeug: Schauen Sie sich Ihr Dach zu verschiedenen Tageszeiten an – morgens, mittags, am späten Nachmittag. Wandert ein harter Schatten über die Fläche? Woher kommt er, und wie lange bleibt er? Denken Sie dabei auch ein paar Jahre voraus: Bäume wachsen, und der harmlose Jungbaum von heute ist der Schattenwerfer von übermorgen.

Wichtig zur Beruhigung: Teilverschattung ist ein Planungsthema, kein Ausschlusskriterium. Kluge Modulbelegung und die richtige Technik entschärfen viele Fälle – wie das geht, zeigt der Beitrag zur Verschattung. Kritisch bleibt nur die dauerhafte, grossflächige Beschattung, etwa direkt südlich eines Hochhauses.

Was das Tool nicht sieht – und der Profi prüft

sonnendach.ch kennt die Sonne, aber nicht Ihr Dach. Drei Dinge bleiben für die Besichtigung übrig:

FrageWarum sie zählt
Zustand und Alter der Eindeckungsteht in den nächsten zehn Jahren eine Sanierung an, gehört sie vor die Module
Tatsächlich nutzbare FlächeKamine, Dachfenster, Entlüftungen und Randabstände reduzieren die belegbare Fläche spürbar
Statik und Befestigungdas Dach muss Module plus Wind- und Schneelast über Jahrzehnte tragen

Die drei Besichtigungsfragen im Überblick. Verbindlich ist die Beurteilung durch den Fachbetrieb vor Ort.

Der erste Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten übersehen: Module halten Jahrzehnte – die Eindeckung darunter sollte das auch. Ein Dach, das in fünf Jahren saniert werden müsste, wird besser zuerst saniert und dann belegt, sonst zahlen Sie die Demontage und Remontage der Anlage gleich mit. Und die Flächenfrage erklärt, warum aus der schönen grossen Zahl im Tool am Ende weniger Module werden: Wie viele tatsächlich aufs Dach passen, überschlägt der Beitrag Wie viele Solarmodule brauche ich?

Damit ist Ihr Hausaufgaben-Teil erledigt: Klasse abgelesen, Schatten beobachtet, Dachalter im Kopf. Alles Weitere – Statik, Fläche, Belegung – gehört zur kostenlosen Besichtigung, mit der jede seriöse Offerte beginnt.

### Merken Sie sich Schon ein «gutes» Dach reicht meist für eine wirtschaftliche Anlage – kritisch ist nicht die Himmelsrichtung, sondern Schatten und der Zustand der Eindeckung.

Kurz gefragt

Mein Dach zeigt nach Osten und Westen – lohnt sich das trotzdem? Häufig ja. Ost-West-Dächer liefern in der Summe etwas weniger als ein ideales Süddach, dafür verteilt sich die Produktion besser über den Tag – was dem Eigenverbrauch entgegenkommt. In der Praxis werden solche Dächer oft beidseitig belegt und liefern sehr ordentliche Erträge.

Ist ein Flachdach geeignet? Ja. Auf Flachdächern werden die Module aufgeständert und in die passende Neigung und Richtung gebracht – das Flachdach ist damit sogar besonders flexibel. Zu klären sind dort vor allem Statik, Windlast und die Abstände zwischen den Modulreihen; das übernimmt die Fachplanung.

Mein Dach ist über dreissig Jahre alt – kann ich trotzdem bauen? Entscheidend ist nicht das Alter, sondern der Zustand der Eindeckung. Ist sie fit für die nächsten Jahrzehnte, spricht nichts dagegen. Steht absehbar eine Sanierung an, gehört sie vor die Module – das prüft der Fachbetrieb bei der Besichtigung, bei älteren Eternitdächern inklusive Asbestfrage.

Unsicher, was Ihr Dach hergibt? Rufen Sie uns unverbindlich an – wir schauen kurz auf Luftbild und sonnendach-Werte Ihrer Adresse und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der nächste Schritt lohnt: +41 78 830 83 35

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Kapitel 2 konkret prüfen?

Wir prüfen Dach, Förderung, Eigenverbrauch und den nächsten sinnvollen Schritt für Ihre Adresse.

Quellen: sonnendach.ch (BFE/swisstopo), Bundesamt für Energie BFE; Einordnungen 1:1 aus den Ratgebern zu sonnendach.ch (T20) und Ausrichtung/Neigung (T15).

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion