Kurzantwort

Hier finden Sie die 60 Begriffe, die Ihnen auf dem Weg zur Solaranlage begegnen werden – kurz erklärt, ohne Fachchinesisch, mit den Schweizer Ausdrücken, die in Offerten und Tarifblättern tatsächlich stehen: von der Einmalvergütung über Pronovo bis zum Rückliefertarif. Jede Definition verlinkt dorthin, wo das Thema vertieft wird.

Dieses Glossar ist zum Nachschlagen gebaut, nicht zum Durchlesen. Wenn in einer Offerte, einem Tarifblatt oder einem Beratungsgespräch ein Begriff auftaucht, der Ihnen nichts sagt: hier nachschauen, in zwei Sätzen verstehen, weiterlesen. Wer lieber der Reihe nach lernt, startet beim Solar-Guide mit Kapitel 1.

A

AC (Wechselstrom) — Die Stromart, die aus Ihren Steckdosen kommt und mit der alle Haushaltsgeräte arbeiten. Solarmodule liefern Gleichstrom (siehe DC); die Übersetzung übernimmt der Wechselrichter.

Abnahmepflicht — Die gesetzliche Pflicht des Netzbetreibers, den angebotenen Solarstrom aus Ihrer Anlage abzunehmen und zu vergüten. Was sie umfasst und was nicht: Abnahmepflicht für Solarstrom.

Amortisation — Der Zeitpunkt, ab dem die eingesparten Stromkosten und die Vergütungen die Investition gedeckt haben. Seriös lässt sie sich nur als Spanne angeben, denn sie hängt von Verbrauch, Tarifen und Strompreisentwicklung ab – Misstrauen ist angebracht, wenn jemand eine exakte Jahreszahl verspricht.

Autarkiegrad — Der Anteil Ihres Stromverbrauchs, den die eigene Anlage deckt. Nicht zu verwechseln mit der Eigenverbrauchsquote (siehe dort) – fürs Geld ist meist die Quote wichtiger.

B

Batteriespeicher — Speichert den Mittagsüberschuss und gibt ihn am Abend wieder ab. Ein Tagesspeicher, kein Saisonspeicher: Sommerstrom für den Winter aufheben kann er nicht. Der komplette Überblick: Stromspeicher Schweiz.

Baubewilligung — Für die meisten Solaranlagen auf geeigneten Dächern braucht es keine – es genügt das Meldeverfahren (siehe dort). Ausnahmen betreffen vor allem Schutzzonen und besondere Objekte: Baubewilligung im Kanton Zürich.

Bezugstarif — Was Sie pro Kilowattstunde aus dem Netz bezahlen. Er besteht aus drei Teilen: Energie, Netznutzung und Abgaben – und genau darum ist selbst verbrauchter Solarstrom so wertvoll: Er erspart alle drei.

Bidirektionales Laden — E-Auto-Laden in beide Richtungen: Das Auto kann Strom auch zurück ins Haus speisen. Technisch im Kommen, aber noch kein breiter Standard – Fahrzeug, Wallbox und Abrechnung müssen zusammenpassen.

D

DC (Gleichstrom) — Die Stromart, die Solarmodule erzeugen und mit der Batterien arbeiten. Für die Steckdosen übersetzt sie der Wechselrichter in AC; wie Speicher auf der DC- oder AC-Seite angebunden werden: DC- und AC-Kopplung.

Degradation — Der langsame, altersbedingte Leistungsverlust von Solarmodulen über die Jahrzehnte. Normal und eingeplant – ein plötzlicher Ertragseinbruch ist etwas anderes: Degradation von Solarmodulen.

E

Eigenverbrauch — Der Solarstrom, den Sie im Moment der Produktion selbst nutzen, statt ihn einzuspeisen. Der wirtschaftliche Kern jeder Anlage – einfach erklärt in Kapitel 6.

Eigenverbrauchsquote — Der Anteil Ihrer Produktion, den Sie selbst verbrauchen. Die wichtigste Geld-Kennzahl der Anlage; wie Sie sie erhöhen: Eigenverbrauch optimieren.

Einmalvergütung (EIV) — Der einmalige Förderbeitrag des Bundes an Ihre Anlage, ausbezahlt nach der Inbetriebnahme über Pronovo. Das wichtigste Förderinstrument der Schweiz: Einmalvergütung im Detail.

ElCom — Die unabhängige Regulierungsbehörde des Bundes für den Strommarkt. Sie überwacht Tarife und entscheidet bei Streitigkeiten – etwa zwischen Anlagenbesitzern und Netzbetreibern.

Elektrizitätswerk (EW) — Ihr lokaler Strom- und Netzbetreiber – in der Region etwa ewz, EKZ oder Stadtwerk Winterthur. Das EW ist zuständig für Anschluss, Zähler und die Vergütung Ihres eingespeisten Stroms.

Energiemanagementsystem (EMS) — Die Steuerzentrale, die grosse Verbraucher automatisch dann einschaltet, wenn die Anlage Überschuss liefert: Boiler, Wärmepumpe, Wallbox. Macht aus Einzelteilen ein System.

ESTI — Das Eidgenössische Starkstrominspektorat: die Aufsichtsbehörde über elektrische Installationen. Für Sie vor allem relevant als Instanz hinter den Sicherheitsvorschriften, nach denen Fachbetriebe arbeiten.

H

Herkunftsnachweis (HKN) — Das Zertifikat, das die ökologische Herkunft Ihres Solarstroms bescheinigt. Es kann separat vom Strom verkauft werden – manche EW vergüten es zusätzlich: HKN verkaufen.

Hybrid-Wechselrichter — Ein Wechselrichter mit eingebautem Batterieanschluss. Macht die Anlage «speicherbereit»: Der Speicher kann später andocken, ohne dass ein zweites Gerät nötig wird.

I

Indach-Anlage — Die Module ersetzen die Dacheindeckung, statt auf ihr montiert zu werden (Aufdach). Optisch bündig, konstruktiv anspruchsvoller – sinnvoll vor allem, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird: Indach-Photovoltaik.

J

Jahresarbeitszahl (JAZ) — Das Effizienzmass der Wärmepumpe: das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom, gemessen übers ganze Jahr. Was eine gute JAZ ausmacht: JAZ verstehen.

K

Kilowatt (kW) — Die Einheit der Leistung – also dessen, was ein Gerät oder eine Anlage in einem Moment erzeugt oder verbraucht.

Kilowattstunde (kWh) — Die Einheit der Energie: eine Stunde lang ein Kilowatt. In kWh werden Ihr Verbrauch, Ihre Produktion und jede Stromrechnung gemessen.

Kilowatt-Peak (kWp) — Die genormte Spitzenleistung einer Solaranlage unter Testbedingungen – die Vergleichsgrösse für Anlagengrösse und Preis. Warum «Peak» und was die Zahl praktisch bedeutet: Watt-Peak erklärt.

L

Lastmanagement — Die Steuerung, die verfügbare elektrische Leistung auf mehrere Verbraucher verteilt – damit Wärmepumpe, Wallbox und Herd nicht gleichzeitig das Maximum ziehen und der Hausanschluss reicht.

LEG (Lokale Elektrizitätsgemeinschaft) — Seit 2026 möglich: Nachbarn teilen Solarstrom über das öffentliche Netz, innerhalb eines definierten Perimeters. Wie das funktioniert: Lokale Elektrizitätsgemeinschaft.

Leistungsoptimierer — Kleine Elektronik am einzelnen Modul, die Verschattungsverluste begrenzt. Kein Standardbauteil, sondern ein gezieltes Werkzeug für schwierige Dächer: Leistungsoptimierer.

M

Meldeverfahren — Das vereinfachte Verfahren für Solaranlagen auf geeigneten Dächern: Die Anlage wird der Gemeinde gemeldet statt per Baugesuch bewilligt. Details und Ausnahmen: Bewilligung und Meldeverfahren.

Mikrowechselrichter — Ein Kleinst-Wechselrichter pro Modul statt eines zentralen Geräts. Wann das sinnvoll ist – und wann nicht: Mikrowechselrichter.

Monitoring — Die Überwachung der Anlage per App oder Portal: Produktion, Eigenverbrauch, Störmeldungen. Das wichtigste Betriebswerkzeug überhaupt: Monitoring richtig nutzen.

monokristallin / polykristallin — Die beiden klassischen Zelltypen von Solarmodulen; heute dominiert monokristallin. Der Unterschied und warum er kaufentscheidend selten ist: Zelltypen im Vergleich.

N

Netzbetreiber — Das Unternehmen, das das Stromnetz an Ihrem Ort betreibt – in der Praxis meist identisch mit Ihrem EW (siehe Elektrizitätswerk).

Netznutzung — Das Entgelt für den Transport des Stroms durch das Netz; ein wesentlicher Teil Ihres Bezugstarifs. Bei selbst verbrauchtem Solarstrom fällt es nicht an – ein Kernstück seines Werts.

Notstrom — Die Weiterversorgung des Hauses bei einem Netzausfall. Kein Speicher kann das «einfach so»: Es braucht ein ausdrücklich dafür gebautes System mit eigener Verkabelung: Notstrom mit Speicher.

nutzbare Kapazität — Der Teil der Speicherkapazität, der tatsächlich entnommen werden kann. Die ehrliche Vergleichsbasis beim Speicherkauf – Preise gehören pro nutzbare Kilowattstunde verglichen: Batteriespeicher-Kosten.

P

Photovoltaik (PV) — Die Erzeugung von Strom aus Licht – das Grundprinzip jeder Solaranlage. Ohne Fachchinesisch erklärt in Kapitel 1 des Solar-Guides, technisch vertieft im Technik-Ratgeber.

Pronovo — Die Abwicklungsstelle des Bundes für die Einmalvergütung und die Herkunftsnachweise. Hier wird Ihre Anlage angemeldet und die Förderung ausbezahlt: Pronovo-Anmeldung Schritt für Schritt.

R

Referenz-Marktpreis — Der vierteljährlich vom Bund publizierte Marktwert des Solarstroms. Viele EW koppeln ihren Rückliefertarif daran – deshalb schwankt die Vergütung dort von Quartal zu Quartal: Referenz-Marktpreis erklärt.

Rücklieferung — Der Überschussstrom, den Ihre Anlage ins öffentliche Netz einspeist. Das Gegenstück zum Eigenverbrauch; auch «Einspeisung» genannt.

Rückliefertarif — Was Ihr EW pro eingespeiste Kilowattstunde vergütet. Modell und Höhe unterscheiden sich je nach Werk erheblich – der Vergleich für die Region: Rückliefertarife im Überblick.

S

schlüsselfertig — Eine Offerte, die alles umfasst: Material, Montage, Elektroarbeiten, Gerüst, Anmeldungen. Die einzige saubere Vergleichsbasis zwischen Angeboten – fehlende Positionen machen «günstig» schnell teuer.

Sicherheitsnachweis (SiNa) — Der Nachweis, dass eine Elektroinstallation den Vorschriften entspricht. Gehört nach der Installation zwingend in Ihre Unterlagen – seriöse Betriebe liefern ihn unaufgefordert.

Smart Meter — Der intelligente Stromzähler: Er misst viertelstundengenau und in beide Richtungen. Die Datengrundlage für Abrechnung und Steuerung: Smart Meter in der Schweiz.

Solarmodul — Das Bauteil auf dem Dach, das Licht in Gleichstrom umwandelt – umgangssprachlich das «Panel». Mehrere Module zusammen bilden die Anlage.

Solarpflicht — Die gesetzliche Pflicht, bei bestimmten Bauten Solarenergie zu nutzen – der Bund bei grossen Dächern, Kantone teils bei Neubauten. Wen sie betrifft: Solarpflicht Schweiz.

Solarthermie — Sonnenkollektoren, die Wärme erzeugen statt Strom – für Warmwasser oder Heizungsunterstützung. Nicht dasselbe wie Photovoltaik; die beiden konkurrieren heute meist um dieselbe Dachfläche, und PV gewinnt den Vergleich öfter.

sonnendach.ch — Das amtliche Portal des Bundes, das die Solareignung praktisch jedes Schweizer Daches zeigt – kostenlos, adressgenau. Wie Sie es lesen: sonnendach.ch richtig nutzen.

Sperrzeiten — Zeitfenster, in denen das EW steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen oder Boiler kurz unterbrechen darf – meist im Gegenzug für einen günstigeren Tarif: Wärmepumpe und Stromtarif.

String — Eine Reihe von in Serie verschalteten Modulen, die gemeinsam am Wechselrichter hängen. Relevant bei Verschattung: Was einen String betrifft, betrifft alle seine Module.

U

Überschussladen — Die Wallbox lädt das E-Auto nur mit dem Strom, den die Anlage über den Hausverbrauch hinaus liefert – und drosselt, wenn eine Wolke zieht. Wie das im Alltag funktioniert: E-Auto mit Solarstrom laden.

V

Verschattung — Schattenwurf von Bäumen, Kaminen oder Nachbargebäuden auf die Module – der wichtigste einzelne Ertragsfaktor der Planung: Verschattung verstehen.

Volleinspeisung — Das Modell, bei dem die gesamte Produktion ins Netz fliesst statt ins eigene Haus. In der Schweiz die Ausnahme; für die meisten Eigenheime ist der Eigenverbrauch wirtschaftlicher.

Vollzyklus — Eine komplette Ladung und Entladung des Speichers. Die Masseinheit der Batteriealterung: Lebensdauer von Stromspeichern.

vZEV (virtueller ZEV) — Die Variante des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch, bei der die Messung über die Zähler des Netzbetreibers läuft statt über eigene Messtechnik. Der Vergleich der Modelle: ZEV, vZEV oder LEG?.

W

Wallbox — Die fest installierte Ladestation fürs E-Auto. Fürs Solarladen zählt vor allem eines: dass sie ansteuerbar ist (siehe Überschussladen).

Wärmepumpe — Die Heizung, die mit Strom Umweltwärme nutzbar macht – und der grösste einzelne Stromabnehmer im Haus. Warum sie und die Solaranlage zusammengehören: Wärmepumpe und Photovoltaik.

Wechselrichter — Das Gerät, das den Gleichstrom der Module in Wechselstrom für Ihre Steckdosen übersetzt – und nebenbei die ganze Anlage überwacht: Der Wechselrichter.

Wirkungsgrad — Der Anteil des einfallenden Lichts, den ein Modul in Strom umwandelt. Wichtig, aber überschätzt – warum ein paar Prozentpunkte selten kaufentscheidend sind: Wirkungsgrad von Solarmodulen.

Z

Zweirichtungszähler — Der Stromzähler, der Bezug und Rücklieferung getrennt misst – die Grundlage Ihrer Abrechnung. Wer was misst, vom EW-Zähler bis zur App: Zähler und Messung.

ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) — Mehrere Parteien – etwa in einem Mehrfamilienhaus – teilen sich den Solarstrom hinter einem gemeinsamen Netzanschluss. Modelle, Regeln und Alternativen: ZEV, vZEV oder LEG?.

### Merken Sie sich Wer Offerte, Tarifblatt und Beratungsgespräch versteht, entscheidet besser: Die drei Begriffe, an denen fast alles hängt, sind kWp (Grösse), Eigenverbrauchsquote (Wirtschaftlichkeit) und Rückliefertarif (Überschuss).

Kurz gefragt

Was ist der Unterschied zwischen kW, kWh und kWp? kW misst Leistung (was gerade fliesst), kWh misst Energie (was über die Zeit zusammenkommt), kWp die genormte Spitzenleistung einer Solaranlage. Merkhilfe: Die Anlage wird in kWp gekauft, produziert kWh – und Ihre Geräte ziehen kW.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie? Photovoltaik macht aus Licht Strom, Solarthermie macht aus Licht Wärme. Wenn heute von «Solaranlage» die Rede ist, ist fast immer Photovoltaik gemeint – Strom lässt sich vielseitiger nutzen, auch fürs Heizen per Wärmepumpe.

Eigenverbrauchsquote oder Autarkiegrad – welche Zahl zählt? Beide beschreiben Ihr Haus, aber aus entgegengesetzter Richtung: Die Quote misst den selbst genutzten Anteil der Produktion, der Autarkiegrad den solar gedeckten Anteil des Verbrauchs. Fürs Geld zählt primär die Quote – sie entscheidet, wie viel Strom Sie nicht günstig einspeisen müssen.

Ein Begriff fehlt – oder eine Offerte wirft Fragen auf? Rufen Sie uns unverbindlich an: Wir sind ein Installationsbetrieb aus der Region und übersetzen auch das Kleingedruckte gern in verständliches Deutsch. +41 78 830 83 35

Solar-Guide: Zum Guide-Überblick · Kapitel 1: So funktioniert Solarenergie · Die 12 grössten Solar-Mythen

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Quellen: Begriffsverwendung gemäss Bundesamt für Energie BFE, ElCom, Pronovo und Swissolar; Definitionen konsistent mit den verlinkten Ratgeber-Beiträgen.

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion