Kurzantwort

Eigener Solarstrom ist nicht gratis – aber die mit Abstand günstigste Ladeenergie fürs E-Auto. Seine wahren Kosten sind die entgangene Einspeisevergütung: je nach Werk grob 6 bis 14 Rp. pro Kilowattstunde. Netzstrom zu Hause kostet dagegen rund 25 bis 35 Rp., öffentliches Laden nochmals deutlich mehr. Voraussetzung für den günstigen Tarif vom Dach: Das Auto steht tagsüber am Haus. (Richtwerte, Stand: Juli 2026)

Das Wichtigste in Kürze

  • «Gratis» ist Solarstrom nie: Jede ins Auto geladene Kilowattstunde hätte eingespeist Geld gebracht – das sind ihre wahren Kosten.
  • Diese entgangene Vergütung liegt je nach Netzgebiet bei grob 6 bis 14 Rp./kWh – ein Bruchteil des Netzbezugs von 25 bis 35 Rp.
  • Öffentliches Laden, besonders am Schnelllader, ist die teuerste Variante – das eigene Dach die günstigste.
  • Übers Jahr summiert sich die Differenz bei vierstelligem Ladebedarf spürbar – je nach Fahrleistung und Standzeiten.
  • Der günstige Tarif gilt nur, wenn das Auto tagsüber lädt: Wer nur nachts lädt, lädt Netzstrom – zum Netzpreis.

Warum Solarstrom nicht gratis ist – aber fast

Die verbreitete Vorstellung lautet: Die Anlage ist bezahlt, die Sonne schickt keine Rechnung, also lädt das Auto gratis. Das klingt gut, rechnet aber falsch – und wer die richtige Rechnung kennt, versteht sein eigenes System besser.

Jede Kilowattstunde vom Dach, die ins Auto fliesst, hätte einen anderen Weg nehmen können: ins Netz, gegen Vergütung. Diese entgangene Einspeisevergütung ist der wahre Preis des selbst verbrauchten Stroms – Ökonomen nennen das Opportunitätskosten, wir nennen es die ehrliche Zahl. Je nach Elektrizitätswerk und Modell liegt sie zwischen der gesetzlichen Untergrenze und rund 14 Rp. pro Kilowattstunde (der grosse Tarifvergleich zeigt die Unterschiede in der Region).

Das ist die schlechte Nachricht für die Gratis-Vorstellung – und zugleich die gute für die Praxis: Selbst ehrlich gerechnet ist der Strom vom eigenen Dach die günstigste Ladeenergie, die es gibt. Ein Bruchteil des Netztarifs, ohne Abo, ohne App, ohne Säulengebühr.

Drei Preisschilder für dieselbe Kilowattstunde

Wo das E-Auto lädt, entscheidet über den Preis – und die Spanne ist grösser, als viele denken:

LadeortWas die Kilowattstunde kostetEinordnung
Eigenes Dach (Überschuss)grob 6–14 Rp. (entgangene Vergütung)die günstigste Variante
Netzstrom zu Hausegrob 25–35 Rp.solide Basis, v. a. nachts
Öffentliches Laden / Schnellladerdeutlich darüber, je nach Anbieterdie teuerste Variante – für unterwegs

Richtwerte, Stand: Juli 2026. Massgebend sind Ihr lokaler Stromtarif, das Tarifblatt Ihres Netzbetreibers und die Preise der Ladeanbieter – alle werden periodisch angepasst.

Die Logik hinter der Tabelle ist dieselbe, die die ganze Eigenverbrauchs-Rechnung trägt: Selbst verbrauchter Solarstrom ist grob zwei- bis viermal so viel wert wie eingespeister – und kaum ein Gerät im Haushalt kann an einem sonnigen Tag so viel davon abnehmen wie ein Auto mit halbleerer Batterie. Das E-Auto ist damit nicht nur ein neuer Verbraucher, sondern der dankbarste Abnehmer für den Mittagsüberschuss.

Was heisst das übers Jahr?

Ein E-Auto erhöht den Strombedarf je nach Fahrleistung um einen vierstelligen Kilowattstunden-Betrag pro Jahr. Multipliziert man diese Menge mit der Differenz zwischen Netzbezug und entgangener Vergütung – je nach Tarifgebiet grob 10 bis knapp 30 Rp. pro Kilowattstunde –, ergibt sich die Grössenordnung des Sparpotenzials: Bei passendem Profil kommt übers Jahr schnell ein namhafter drei- bis vierstelliger Frankenbetrag zusammen.

Eine exakte Zahl geben wir bewusst nicht an – sie hinge von Fahrleistung, Standzeiten, Ihrem Bezugstarif und Ihrem Rückliefertarif ab und wäre für Ihren Fall falsch. Was sich ehrlich sagen lässt: Der Effekt ist kein Rappenbetrag, sondern eine der spürbarsten Positionen, die eine Solaranlage im Alltag liefert – vorausgesetzt, die eine grosse Bedingung stimmt.

Die Bedingung, an der alles hängt: Wann steht das Auto zu Hause?

Der günstige Dach-Tarif gilt nur für Strom, der tatsächlich vom Dach kommt – und die Anlage produziert zwischen Morgen und Abend. Ein Auto, das in dieser Zeit auf dem Firmenparkplatz steht, lädt zu Hause zwangsläufig Netzstrom, zum Netzpreis. Daran ändert keine Wallbox etwas.

Diese Standzeiten-Frage entscheidet über die ganze Rechnung, deshalb steht sie in jeder seriösen Beratung am Anfang: Homeoffice, Zweitwagen und Wochenend-Lader holen viel vom günstigen Tarif; der klassische Pendler mit Nachtladung wenig. Für ihn bleibt der Heimtarif trotzdem günstiger als die öffentliche Säule – nur mit Solar hat das dann wenig zu tun. Wie das Überschussladen technisch funktioniert und welches Alltagsprofil wie viel herausholt, steht im E-Auto-und-Solar-Ratgeber.

Und die Technik – kostet die nicht auch?

Fairerweise gehört die Investitionsseite dazu, auch wenn sie erfreulich schlank ist. Das teure Stück – das Auto – ist ohnehin da; die Solaranlage meist auch. Was das Solarladen zusätzlich braucht, ist eine ansteuerbare Wallbox, die bevorzugt mit Überschuss lädt, und allenfalls ein Energiemanagement, das mehrere Verbraucher koordiniert. Das sind einmalige Posten, während der günstige Ladetarif mit jedem sonnigen Tag wiederkehrt – was die Wallbox selbst kostet, behandelt ein eigener Beitrag.

Wer die Anlage erst plant, legt die Grundlage am besten gleich mit: ein Leerrohr zum Parkplatz und Reserve am Zählerkasten kosten im laufenden Projekt wenig. Und wer den Ladebedarf weiter in die Sonnenstunden schieben will, findet die übrigen Hebel – vom Timer bis zur Steuerung – im Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.

Aus der Praxis

«Dann tanke ich ja gratis!» ist einer der häufigsten Sätze, wenn im Beratungsgespräch das E-Auto zur Sprache kommt – und wir korrigieren ihn jedes Mal sanft, weil die ehrliche Version fast genauso gut klingt. Wir zeigen dann die drei Preisschilder: Was die Kilowattstunde vom Dach «kostet», nämlich die entgangene Vergütung; was sie aus dem Netz kostet; und was die Säule unterwegs verlangt. Bei den meisten macht es an diesem Punkt klick – nicht wegen der grossen Zahlen, sondern wegen der Logik: Der Strom vom Dach ist nicht geschenkt, aber er ist konkurrenzlos günstig, solange das Auto da ist, wenn die Sonne scheint. Und genau da trennt sich die Begeisterung: Der Homeoffice-Haushalt lädt im Sommer über Wochen praktisch nur vom Dach, der Pendler sieht den Effekt kaum. Deshalb rechnen wir nie mit Prospekt-Ersparnissen, sondern fragen zuerst nach dem Alltag – die Antwort darauf ist mehr wert als jede Musterrechnung.

Häufige Fragen

Ist das Laden mit eigenem Solarstrom wirklich gratis?

Nein – jede ins Auto geladene Kilowattstunde hätte eingespeist eine Vergütung gebracht, und diese entgangene Vergütung ist ihr wahrer Preis: je nach Werk grob 6 bis 14 Rp./kWh. Das ist nicht gratis, aber ein Bruchteil des Netztarifs – und damit die günstigste Ladeenergie, die es gibt.

Wie viel spare ich pro Jahr, wenn ich solar lade?

Eine pauschale Zahl wäre unseriös – das Sparpotenzial hängt von Fahrleistung, Standzeiten und Ihren Tarifen ab. Die Grössenordnung: Bei vierstelligem Ladebedarf und der Tarif-Differenz von grob 10 bis knapp 30 Rp./kWh kommt bei passendem Profil ein namhafter Betrag pro Jahr zusammen. Die ehrliche Rechnung macht man mit den eigenen Zahlen.

Lohnt sich das Solarladen auch im Winter?

Im Winter liefert das Dach wenig Überschuss – die Winterladung kommt überwiegend aus dem Netz. Das Solarladen ist ein Sommer- und Übergangszeit-Programm; übers Jahr gerechnet bleibt der Effekt trotzdem deutlich, weil die sonnenreiche Jahreshälfte den Grossteil der Ladungen abdecken kann.

Brauche ich einen Speicher, um das Auto günstig zu laden?

Nein – das Auto lädt am günstigsten direkt vom Dach, nicht über den Umweg Heimspeicher: Eine Batterie aus der anderen zu füllen, kostet nur Verluste. Ein Speicher kann den Tagesüberschuss für die Nachtladung puffern, ob sich das rechnet, ist aber eine eigene Abwägung – fürs Überschussladen tagsüber braucht es ihn nicht.

Ist öffentliches Laden immer teurer als zu Hause?

In aller Regel ja, besonders am Schnelllader – dort zahlen Sie Komfort und Tempo mit. Für unterwegs ist das der faire Preis für die Flexibilität; für den Alltag ist die Reihenfolge klar: zuerst das eigene Dach, dann der Hausanschluss, zuletzt die Säule. Wer zu Hause laden kann, fährt am günstigsten.

Kostenlose Erstberatung

Was kostet Ihr Ladealltag – ehrlich gerechnet?

Wir rechnen mit Ihrem Tarif, Ihrer Fahrleistung und Ihren Standzeiten statt mit Prospektzahlen – und planen Anlage und Wallbox so, dass möglichst viel vom günstigen Dachstrom im Auto landet.

Quellen: ElCom (Strompreis-Übersichten); Tarifblätter der regionalen Netzbetreiber; Bandbreiten 1:1 aus dem Tarif-Ratgeber (R14); Erfahrungswerte aus der Beratungspraxis der ecoEn GmbH, Region Zürich.

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion