Die Photovoltaik ist über das letzte Jahrzehnt deutlich günstiger geworden – vor allem die Module, deren Preis massiv gefallen ist. Ein installiertes Kilowatt-Peak kostet heute einen Bruchteil dessen, was vor zehn Jahren üblich war. Diese Entwicklung hat sich aber verlangsamt: Die grossen Preisstürze liegen hinter uns, die Kurve flacht ab. Für die Entscheidung heisst das: Auf noch tiefere Preise zu warten, geht selten auf – die verlorene Produktion und die aktuelle Einmalvergütung wiegen schwerer als ein möglicher kleiner Preisrückgang. (Stand: Juli 2026)
Das Wichtigste in Kürze
- Die PV-Preise sind über das Jahrzehnt deutlich gefallen – besonders bei den Modulen.
- Der Rückgang hat sich verlangsamt: Die grossen Sprünge liegen hinter uns.
- Nicht alle Kostenblöcke fallen gleich – Gerüst, Elektrik und Arbeit sind stabiler als die Module.
- Warten auf tiefere Preise kostet Produktion und ignoriert die heutige Förderung.
- Die aktuellen Richtwerte für Ihr Projekt stehen im Kosten-Ratgeber, nicht in der Preishistorie.
Wie haben sich die Photovoltaik-Preise entwickelt?
Deutlich nach unten – das ist die grosse Linie der letzten Jahre. Ein installiertes Kilowatt-Peak kostete vor rund zehn Jahren ein Mehrfaches des heutigen Werts; über das Jahrzehnt hat sich der Preis grob halbiert und mehr. Der grösste Treiber war der Modulpreis: Durch die massive Ausweitung der weltweiten Produktion sind Solarmodule zu einem Bruchteil ihres früheren Preises verfügbar. Was früher der teuerste Posten einer Anlage war, ist heute oft der günstigste.
Diese Entwicklung ist der Grund, warum Photovoltaik heute für so viele Haushalte rechnet – sie ist keine Nischentechnologie mehr, sondern ein durchgerechnetes Standardprodukt. Die konkreten aktuellen Preise für Ihr Projekt stehen im Kosten-Ratgeber und im Beitrag Kosten pro kWp; dieser Beitrag ordnet die Entwicklung ein.
Fallen die Preise weiter – lohnt sich Warten?
Hier braucht es eine ehrliche Antwort: Die grossen Preisstürze liegen hinter uns. Der Modulpreis ist bereits sehr tief, und weiterer Spielraum nach unten ist begrenzt – irgendwann ist ein Modul so günstig, dass es kaum noch billiger werden kann. Die Kurve flacht ab, statt weiter steil zu fallen.
Dazu kommt ein oft übersehener Punkt: Nicht alle Kostenblöcke fallen gleich. Der Modulpreis ist gesunken, aber Gerüst, Elektroinstallation, Montagearbeit und Anschluss folgen der allgemeinen Kostenentwicklung und sind eher stabil oder steigen leicht. Diese Posten machen heute einen grösseren Anteil am Gesamtpreis aus als früher – gerade weil die Module so viel günstiger geworden sind. Ein weiterer Modulpreis-Rückgang würde sich deshalb nur noch begrenzt auf den Endpreis auswirken.
| Kostenblock | Entwicklung über das Jahrzehnt |
|---|---|
| Module | stark gefallen |
| Wechselrichter | gefallen, nun flacher |
| Gerüst / Montagearbeit | stabil bis leicht steigend |
| Elektroinstallation / Anschluss | stabil bis leicht steigend |
Vereinfachte Einordnung, Stand: Juli 2026. Quellen: Swissolar, BFE. Die Marktentwicklung ändert sich – aktuelle Preise siehe Kosten-Ratgeber.
Wer auf einen weiteren grossen Preissturz wartet, wartet also wahrscheinlich vergeblich – und zahlt in der Zwischenzeit einen realen Preis: die Produktion, die das Dach in diesen Jahren geliefert hätte.
Was heisst das für meine Entscheidung?
Dass die Wartestrategie selten aufgeht. Rechnen wir es ehrlich durch: Ein möglicher kleiner Preisrückgang in der Zukunft steht gegen zwei sichere Verluste in der Gegenwart. Erstens die verlorene Produktion – jedes Jahr ohne Anlage ist ein Jahr, in dem das Dach keinen Strom liefert und Sie teuren Netzstrom beziehen. Zweitens die heutige Förderung: Die Einmalvergütung gilt zu den aktuellen Ansätzen, und niemand kann garantieren, dass sie in Zukunft gleich hoch bleibt.
Dazu kommt die Preisseite des Stroms: Solange der Netzstrom deutlich teurer ist als selbst produzierter, arbeitet eine Anlage vom ersten Tag an für sich. Die Frage «lohnt es sich?» – umfassend behandelt im Beitrag Lohnt sich eine Solaranlage? – hängt deshalb kaum am Warten auf günstigere Hardware, sondern am eigenen Verbrauch und an der aktuellen Förderlage. Beides spricht in aller Regel dafür, nicht zu warten.
«Vielleicht warte ich noch, die Preise fallen ja» – diesen Satz hören wir seltener als früher, aber er kommt noch. Unsere Antwort ist immer dieselbe Rechnung: Selbst wenn die Anlage in zwei Jahren ein paar Prozent günstiger wäre – was keineswegs sicher ist –, hätten Sie zwei Jahre lang keinen eigenen Strom produziert und weiter den vollen Netzpreis bezahlt. Diese verlorene Produktion holt der kleine Preisvorteil nicht mehr ein. Was sich wirklich geändert hat, ist die Zusammensetzung: Früher haben wir über Modulpreise geredet, heute über Gerüst, Elektrik und Arbeit – und die werden nicht billiger. Wer heute ein gutes Angebot hat, sollte nicht auf ein besseres warten, das wahrscheinlich nie kommt.
Häufige Fragen
Sind Solaranlagen 2026 günstiger geworden?
Über das Jahrzehnt deutlich, ja – vor allem die Module sind zu einem Bruchteil ihres früheren Preises verfügbar. Dieser Rückgang hat sich aber verlangsamt; die grossen Preisstürze liegen hinter uns. Die aktuellen Richtwerte für Ihr Projekt stehen im Kosten-Ratgeber, nicht in der langfristigen Preisentwicklung.
Fallen die Photovoltaik-Preise weiter?
Nur noch begrenzt. Der Modulpreis ist bereits sehr tief, weiterer Spielraum nach unten ist klein. Zudem folgen Gerüst, Elektrik und Montagearbeit der allgemeinen Kostenentwicklung und sind stabil bis leicht steigend – sie machen heute einen grösseren Anteil am Endpreis aus. Ein grosser weiterer Preissturz ist unwahrscheinlich.
Soll ich mit dem Kauf warten, bis es günstiger wird?
In aller Regel nicht. Ein möglicher kleiner Preisrückgang steht gegen zwei sichere Verluste: die Produktion, die das Dach in der Wartezeit geliefert hätte, und die aktuelle Einmalvergütung, deren künftige Höhe niemand garantieren kann. Wer ein gutes Angebot hat, fährt meist besser damit, es zu nutzen.
Warum sinken die Preise nicht mehr so stark wie früher?
Weil der grösste Treiber – der Modulpreis – bereits weitgehend ausgereizt ist. Ein Modul kann irgendwann kaum noch günstiger werden. Die anderen Kostenblöcke wie Gerüst, Elektroinstallation und Arbeit fallen nicht, sie folgen der allgemeinen Teuerung. Deshalb flacht die Gesamtpreis-Kurve ab.
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Quellen: Swissolar, BFE (Marktentwicklung Photovoltaik), branchenübliche Preisindizes (Stand Juli 2026). Aktuelle Projektpreise siehe Kosten-Ratgeber.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion

