Ein typischer Schweizer Haushalt zahlt 2026 in der Grundversorgung rund 27,7 Rappen pro Kilowattstunde – im Mittel etwa 4 Prozent weniger als 2025, weil die teuren Beschaffungsverträge aus den Krisenjahren 2022/23 auslaufen. Die Preise unterscheiden sich stark nach Gemeinde: von knapp 10 bis über 43 Rappen. Für Solaranlagen-Besitzer ist genau dieser Bezugspreis die entscheidende Zahl: Je teurer der Netzstrom, desto mehr ist jede selbst produzierte und selbst verbrauchte Kilowattstunde wert. (Stand: Juli 2026)
Das Wichtigste in Kürze
- 2026 zahlt ein Durchschnittshaushalt rund 27,7 Rp./kWh – leicht tiefer als 2025 (etwa −4 %).
- Der Rückgang kommt vom Auslaufen der teuren Beschaffungsverträge aus 2022/23.
- Die Preise variieren stark nach Netzgebiet: von knapp 10 bis über 43 Rp./kWh.
- Der Preis setzt sich aus Energie, Netznutzung und Abgaben zusammen.
- Für PV-Besitzer zählt der Bezugspreis doppelt: Er bestimmt den Wert des Eigenverbrauchs.
Wie hoch sind die Strompreise 2026?
Im Mittel bezahlt ein typischer Haushalt in der Grundversorgung 2026 rund 27,7 Rappen pro Kilowattstunde – das ergibt für einen Durchschnittshaushalt eine Jahresrechnung in der Grössenordnung von 1’250 Franken. Gegenüber 2025 ist das ein leichter Rückgang um etwa 4 Prozent oder gut einen Rappen pro Kilowattstunde. Nach den Krisenjahren mit ihren Ausschlägen ist das eine spürbare, wenn auch bescheidene Entlastung.
Der Grund für die Entspannung liegt in der Beschaffung: Viele Energieversorger hatten in den Jahren 2022 und 2023 Strom zu ausserordentlich hohen Preisen eingekauft, und diese teuren Verträge laufen nun vielerorts aus. Der Energieanteil im Tarif sinkt dadurch am deutlichsten.
Wichtig ist der Zusatz «im Mittel»: Der Schweizer Strommarkt ist ein Flickenteppich aus Hunderten von Netzgebieten, und die Preise gehen weit auseinander – dazu gleich mehr.
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Aus drei Bausteinen, die zusammen den Betrag auf Ihrer Rechnung ergeben:
Der Energietarif – der Preis für den Strom selbst. Er ist 2026 der Treiber des Rückgangs und liegt im Mittel bei rund 12 Rappen pro Kilowattstunde.
Die Netznutzung – die Gebühr für den Transport über das Stromnetz bis zu Ihnen. Auch sie sinkt 2026 leicht und macht ungefähr die Hälfte des Gesamtpreises aus.
Abgaben und Leistungen an das Gemeinwesen sowie der Netzzuschlag – kleinere, weitgehend stabile Posten.
| Komponente | Grössenordnung 2026 | Tendenz |
|---|---|---|
| Energietarif | rund 12 Rp./kWh | sinkend |
| Netznutzung | rund 11 Rp./kWh | leicht sinkend |
| Abgaben / Netzzuschlag | rund 1–2 Rp./kWh | stabil |
| Total (Mittel) | rund 27,7 Rp./kWh | leicht sinkend |
Richtwerte, Stand: Juli 2026. Quelle: ElCom. Die Werte werden jährlich neu festgelegt und unterscheiden sich stark nach Netzgebiet – massgebend ist die Publikation Ihres Energieversorgers.
Diese Aufteilung erklärt auch, warum die Preise regional so weit auseinandergehen: Netzkosten und Beschaffung fallen je nach Versorger unterschiedlich aus. Ein Haushalt zahlt 2026 je nach Gemeinde nur knapp 10 Rappen – oder über 43.
Was bedeutet das für meine Solaranlage?
Sehr viel – denn der Bezugspreis ist die eine Hälfte der Solar-Rechnung. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst produzieren und im Moment der Produktion selbst verbrauchen, ersetzt eine bezogene zu diesem Preis. Bei 27,7 Rappen ersetzt der eigene Solarstrom also einen teuren Bezug – und genau das ist der Kern des Eigenverbrauchs: Der selbst genutzte Strom ist ein Mehrfaches dessen wert, was der Überschuss über den Rückliefertarif einbringt.
Daraus folgt die entscheidende Einsicht: Der Wert einer Solaranlage hängt nicht nur von ihrer Produktion ab, sondern vom Preis, den sie ersetzt. Ein hoher Bezugspreis macht den Eigenverbrauch wertvoller – und die Hebel, ihn zu erhöhen, zeigt der Beitrag Stromkosten senken mit Photovoltaik. Der leichte Rückgang 2026 ändert an dieser Logik nichts: Netzstrom bleibt deutlich teurer als selbst produzierter.
Und die Zukunft? Prognosen sind heikel, und wir machen keine – die Strompreise hängen an Beschaffung, Netzausbau und politischen Entscheiden. Sicher ist nur die Struktur: Solange Netzstrom ein Mehrfaches des eigenen Solarstroms kostet, bleibt der Eigenverbrauch der Kern jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Die Strompreis-Frage kommt in Beratungen fast immer mit einem Unterton der Verunsicherung – «jetzt sinken die Preise, lohnt sich die Anlage überhaupt noch?». Unsere Antwort ist ruhig: Ein Rappen weniger im Tarif verschiebt die Rechnung kaum, weil der Abstand zwischen Bezugs- und Rückliefertarif der eigentliche Hebel ist, und der bleibt gross. Was wir den Leuten zeigen, ist ihre eigene Jahresrechnung des Werks: Da steht der Bezugspreis schwarz auf weiss, oft deutlich über dem Schweizer Mittel, weil viele Gemeinden in der Region teurer sind. Diese eine Zahl erklärt mehr über den Wert einer Anlage als jede Preisprognose – und sie ist real, nicht geschätzt.
Häufige Fragen
Wie viel kostet Strom 2026 in der Schweiz?
Im Mittel rund 27,7 Rappen pro Kilowattstunde in der Grundversorgung – etwa 4 Prozent weniger als 2025. Die Werte gehen aber je nach Gemeinde weit auseinander, von knapp 10 bis über 43 Rappen. Massgebend ist immer die aktuelle Publikation Ihres eigenen Energieversorgers, nicht der Schweizer Durchschnitt.
Warum sinken die Strompreise 2026?
Weil die teuren Strom-Beschaffungsverträge auslaufen, die viele Versorger in den Krisenjahren 2022 und 2023 zu ausserordentlich hohen Preisen abgeschlossen hatten. Vor allem der Energieanteil im Tarif sinkt dadurch. Die Netznutzung geht ebenfalls leicht zurück, die Abgaben bleiben weitgehend stabil.
Lohnt sich eine Solaranlage bei sinkenden Strompreisen noch?
Ja – der leichte Rückgang ändert die Grundrechnung kaum. Entscheidend ist der Abstand zwischen dem teuren Bezugspreis und dem tiefen Rückliefertarif, und der bleibt gross. Solange Netzstrom ein Mehrfaches des selbst produzierten Solarstroms kostet, ist der Eigenverbrauch der Kern der Wirtschaftlichkeit.
Warum sind die Strompreise je nach Gemeinde so verschieden?
Weil der Schweizer Strommarkt aus Hunderten von Netzgebieten besteht, deren Beschaffung und Netzkosten unterschiedlich ausfallen. Ein Haushalt zahlt 2026 je nach Versorger von knapp 10 bis über 43 Rappen. Für den Wert Ihrer Solaranlage zählt deshalb Ihr lokaler Tarif, nicht der Durchschnitt.
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Quellen: ElCom (Strompreise 2026), VSE/Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, BFE, Bundesinformationen (admin.ch). Werte Stand Juli 2026, jährlich neu festgelegt.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion

