Kurzantwort

Als grober Richtwert kostet eine schlüsselfertige Solaranlage rund CHF 300 bis 550 pro Quadratmeter belegter Dachfläche (Stand: August 2026, vor Förderung). Die Zahl entsteht allerdings erst durch Umrechnung: Auf einem Schrägdach braucht 1 Kilowatt Leistung etwa 5 bis 7 m² Fläche, und offeriert wird in der Schweiz pro Kilowatt-Peak, nicht pro Quadratmeter. Für eine erste Einordnung reicht der m²-Wert trotzdem.

Das Wichtigste in Kürze

  • Faustregel Schrägdach: 5 bis 7 m² Dachfläche pro kWp. Auf dem Flachdach mit aufgeständerten Reihen sind es wegen der Reihenabstände eher 8 bis 12 m².
  • Daraus ergibt sich ein Richtwert von rund CHF 300–550 pro m² – die grosse Spanne kommt von der Anlagengrösse, nicht von der Modulqualität.
  • Je grösser die Fläche, desto tiefer der Preis pro m²: Gerüst, Anfahrt und Elektroarbeiten fallen fast unabhängig von der Anlagengrösse an.
  • Die Dachfläche aus dem Grundbuch oder von der Karte ist nie die belegbare Fläche – Kamine, Dachfenster und Randabstände fressen einen spürbaren Teil weg.
  • Regional unterscheiden sich nicht die Preise, sondern die Förderung und die Rückliefertarife.

Warum die Branche nicht pro Quadratmeter offeriert

Wer sein Dach anschaut, denkt in Quadratmetern. Wer Solaranlagen baut, rechnet in Kilowatt-Peak. Beide haben recht – die beiden Grössen messen nur unterschiedliche Dinge.

Der Quadratmeter beschreibt den Platz. Das Kilowatt-Peak beschreibt die Leistung, die auf diesem Platz installiert wird. Und weil zwei Module mit gleicher Grösse unterschiedlich viel leisten können, ist der m²-Preis eine Vergleichszahl mit eingebautem Fehler: Ein günstiges Modul mit tieferem Wirkungsgrad senkt den Preis pro Quadratmeter und liefert trotzdem weniger Strom. Deshalb ist der Preis pro kWp die ehrlichere Vergleichsgrösse, sobald es an den Offertenvergleich geht.

Für die erste Einordnung – «Passt das überhaupt in mein Budget?» – funktioniert der m²-Wert dagegen gut. Man muss nur wissen, wie man ihn umrechnet.

Wie viele Quadratmeter braucht ein Kilowatt?

Ein modernes Modul misst knapp zwei Quadratmeter und leistet rund 400 bis 450 Watt. Rein rechnerisch käme man damit auf gut vier Quadratmeter pro Kilowatt. In der Praxis rechnet man mit mehr, weil zwischen den Modulreihen, an den Rändern und um Dachaufbauten herum Platz verloren geht.

DachtypFlächenbedarf pro kWpGrund
Schrägdach, dachparallel montiertrund 5–7 m²Randabstände, Kamine, Dachfenster
Flachdach, aufgeständert Südrund 10–12 m²Reihenabstand gegen Verschattung
Flachdach, Ost-West-Belegungrund 8–10 m²flachere Aufständerung, dichtere Reihen
Fassade, senkrechtrund 6–8 m²keine Verschattungsabstände, aber Montageraster

Richtwerte, Stand: August 2026. Massgebend ist die Planung für Ihr Dach.

Die Flachdach-Zeilen überraschen viele. Dort steht die Fläche zwar frei zur Verfügung, aber aufgeständerte Reihen werfen Schatten auf die nächste Reihe – der Abstand kostet mehr Fläche, als die freie Ausrichtung einbringt. Welche Belegung auf welchem Flachdach mehr herausholt, klärt der Beitrag Flachdach: Ausrichtung und Belegung.

Richtwerte: Was 30 bis 200 m² Dachfläche kosten

Die folgende Tabelle setzt die Faustregel für Schrägdächer (5–7 m² pro kWp) mit den Richtwerten pro kWp zusammen. Sie ist abgeleitet, nicht gemessen – aber sie zeigt die Grössenordnung, um die es geht.

Belegte Dachflächeergibt rundRichtwert schlüsselfertig
30 m²4–6 kWpCHF 11’000–17’000
50 m²7–10 kWpCHF 15’000–26’000
80 m²11–16 kWpCHF 22’000–37’000
100 m²14–20 kWpCHF 27’000–46’000
150 m²21–30 kWpCHF 38’000–68’000
200 m²28–40 kWpCHF 48’000–85’000

Richtwerte, Stand: August 2026, schlüsselfertig inkl. Montage und MwSt., vor Förderung. Verbindlich ist die individuelle Offerte.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens die Breite der Spannen: Zwischen 27’000 und 46’000 Franken für dasselbe 100-m²-Dach liegen Welten, und sie erklären sich durch Dachform, Ziegelart, Zugänglichkeit, Elektroinstallation im Keller und die Frage, ob ein Speicher dazukommt. Zweitens sinkt der Preis pro Quadratmeter mit der Fläche spürbar – bei 30 m² liegt er im Bereich von 400 bis 550 Franken, bei 200 m² eher bei 250 bis 350. Der Grund sind die Fixkosten: Gerüst, Anfahrt, Anmeldungen und Elektroarbeiten fallen bei der kleinen Anlage fast gleich hoch an wie bei der grossen.

Daraus folgt eine Empfehlung, die wir in Beratungen regelmässig aussprechen: Wenn das Dach mehr hergibt, lohnt sich die grosszügige Belegung fast immer eher als die knapp bemessene Anlage. Die Herleitung steht im Beitrag Wie viele Solarmodule braucht mein Haus?.

Vorsicht: Dachfläche ist nicht gleich belegbare Fläche

Der häufigste Rechenfehler passiert nicht beim Preis, sondern bei der Fläche. Auf der Karte oder im Bauplan wirkt ein Dach grosszügig; nach Abzug von Kaminen, Dachfenstern, Lukarnen, Antennen und den nötigen Randabständen bleibt regelmässig ein Viertel bis ein Drittel weniger übrig.

Dazu kommt die Verschattung. Ein Nachbarbaum, der um vier Uhr nachmittags über die untere Modulreihe wandert, macht diese Fläche nicht wertlos – aber er verschiebt die Wirtschaftlichkeit. Wie stark, zeigt erst die Ertragssimulation; die Grundlagen dazu im Beitrag Verschattung bei Solaranlagen.

Einen brauchbaren ersten Anhaltspunkt liefert sonnendach.ch: Der Bund weist dort für praktisch jedes Schweizer Dach Fläche, Ausrichtung und Eignungsklasse aus. Dieselben amtlichen Daten nutzt auch unser Solarrechner – dort geben Sie Ihre Adresse ein und erhalten die Flächen Ihres Dachs samt Richtwert-Spanne, ohne selbst umrechnen zu müssen.

Kostet die gleiche Anlage in Zürich mehr als in Luzern?

Nein, nicht nennenswert. Die Preisunterschiede innerhalb der Deutschschweiz entstehen kaum durch den Standort, sondern durch das Dach, die Anfahrt und die Komplexität der Elektroinstallation. Ein verwinkeltes Dach in der Stadt mit enger Zufahrt und Strassensperrung fürs Gerüst kostet mehr als ein freistehendes Haus im Agglomerationsgürtel – aber das ist eine Frage der Baustelle, nicht des Kantons.

Was sich regional tatsächlich unterscheidet, sind zwei andere Posten: die Förderung, die neben der Einmalvergütung des Bundes je nach Kanton und Gemeinde stark variiert, und der Rückliefertarif Ihres Elektrizitätswerks. Beides verändert die Wirtschaftlichkeit deutlich stärker als ein regionaler Preisaufschlag. Für unsere Kernregionen sind die Zahlen auf den Seiten Solaranlage Zürich, Winterthur, Aargau und Zug zusammengestellt.

Aus der Praxis

Die Frage «Was kostet der Quadratmeter?» kommt bei uns fast immer am Telefon, im ersten Gespräch, bevor jemand aufs Dach gestiegen ist – und sie ist völlig berechtigt: Man will wissen, ob man in der richtigen Grössenordnung denkt. Was wir dann tun, ist immer dasselbe: Wir nennen die Spanne ehrlich, und im nächsten Satz relativieren wir die Fläche. Denn die Zahl, die uns Eigentümer nennen, ist fast nie die belegbare Fläche, sondern die Grundfläche des Hauses oder die Fläche einer ganzen Dachhälfte. Nach der Besichtigung liegt der belegbare Wert regelmässig ein gutes Stück tiefer – und die Anlage trotzdem oft grösser als gedacht, weil auch die zweite Dachfläche mitspielt, die vorher niemand auf der Rechnung hatte.

Häufige Fragen

Wie viel kWp passen auf 120 m² Dachfläche?

Auf einem Schrägdach mit 5 bis 7 m² Flächenbedarf pro kWp ergeben 120 m² belegbare Fläche rund 17 bis 24 kWp. Entscheidend ist das Wort «belegbar»: Kamine, Dachfenster und Randabstände sind da bereits abgezogen zu denken. Auf einem aufgeständerten Flachdach wären es bei gleicher Fläche eher 10 bis 15 kWp.

Wie viel kWp passen auf 150 oder 200 m²?

Als Richtwert für Schrägdächer: 150 m² ergeben rund 21 bis 30 kWp, 200 m² rund 28 bis 40 kWp. In dieser Grössenordnung verlassen Sie den klassischen Einfamilienhaus-Bereich – Anmeldung, Netzanschluss und je nach Leistung auch das Fördermodell ändern sich. Die Details dazu stehen im Beitrag Anlagengrösse berechnen.

Was kostet eine Solaranlage von 30 m²?

Rund CHF 11’000 bis 17’000 schlüsselfertig, vor Förderung (Stand: August 2026). Das entspricht etwa 4 bis 6 kWp. Kleine Anlagen sind pro Quadratmeter am teuersten, weil Gerüst, Anfahrt und Elektroarbeiten sich auf wenig Leistung verteilen.

Ist der Preis pro m² ein guter Vergleichswert für Offerten?

Nein. Er belohnt Module mit tieferem Wirkungsgrad, weil diese für die gleiche Fläche weniger Leistung liefern und damit rechnerisch günstiger wirken. Vergleichen Sie Offerten über den Preis pro kWp und über die enthaltenen Positionen – wie das geht, zeigt der Beitrag Solar-Offerten vergleichen.

Zählt bei der Solarpflicht die Dachfläche oder die Leistung?

Das hängt von der Regelung ab. Die Vorgaben des Bundes knüpfen an die Gebäudefläche an, kantonale Regelungen teils an eine Mindestleistung pro Quadratmeter. Der Überblick steht im Beitrag Solarpflicht Schweiz.

Wie finde ich meine belegbare Dachfläche heraus, ohne jemanden aufs Dach zu schicken?

Über sonnendach.ch oder unseren Solarrechner: Beide greifen auf dieselben amtlichen Dachdaten des Bundes zu und weisen Fläche, Ausrichtung und Eignung pro Teilfläche aus. Für die Offerte braucht es danach trotzdem eine Besichtigung – vor allem wegen Unterkonstruktion und Elektroinstallation.

Kostenlose Erstberatung

Ihre Fläche, Ihre Zahl – in zwei Minuten

Geben Sie Ihre Adresse im Solarrechner ein: Er liest die amtlichen Dachdaten aus und zeigt Ihnen Fläche, mögliche Leistung und eine Richtwert-Spanne. Ohne Verpflichtung, ohne Telefonnummer.

Quellen: Sonnendach-/Sonnenfassade-Daten des Bundesamts für Energie (BFE), Modul-Datenblätter marktüblicher Hersteller 2026, eigene Projektkalkulation ecoEn (Region Zürich).

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion