Eine schlüsselfertige 15-kWp-Anlage kostet in der Schweiz typischerweise CHF 28’000 bis 37’000 vor Förderung. Nach Abzug der Einmalvergütung von derzeit rund CHF 5’400 verbleiben etwa CHF 22’600 bis 31’600 – der Steuerabzug kommt zusätzlich dazu. Pro kWp gehört diese Grössenklasse zu den günstigsten im Einfamilienhaus-Bereich. (Richtwerte, Stand: Juli 2026)
Das Wichtigste in Kürze
- 15 kWp sind meist keine Zielgrösse, sondern das Ergebnis einer Vollbelegung: Das Dach gibt es her, also wird es genutzt.
- Platzbedarf: rund 68 bis 82 m² Dachfläche, also 33 bis 36 Module heutiger Bauart.
- Jahresproduktion im Mittelland: grob 13’500 bis 15’500 kWh – deutlich mehr, als die meisten Haushalte verbrauchen.
- Je grösser der Überschuss, desto wichtiger wird der Rückliefertarif Ihres EW für die Rechnung.
- Pro kWp ist die 15-kWp-Klasse spürbar günstiger als kleinere Anlagen – die Fixkosten sind ohnehin fällig.
Die Beispielrechnung
| Position | Richtwert |
|---|---|
| 15-kWp-Anlage schlüsselfertig (Module, Wechselrichter, Montage, Elektrik, Gerüst, Anmeldungen, MwSt.) | CHF 28’000–37’000 |
| Einmalvergütung (KLEIV, ca. CHF 360/kWp) | – ca. CHF 5’400 |
| Verbleibende Investition vor Steuerabzug | ca. CHF 22’600–31’600 |
Richtwerte, Stand: Juli 2026. Massgebend sind die aktuellen Ansätze von Pronovo und die individuelle Offerte. Der Steuerabzug reduziert die effektive Belastung zusätzlich – bei dieser Investitionshöhe je nach Grenzsteuersatz um einen namhaften Betrag.
Umgerechnet sind das etwa CHF 1’900 bis 2’500 pro kWp – am unteren Rand dessen, was im Einfamilienhaus-Bereich möglich ist. Der Grund ist derselbe wie immer: Gerüst, Anfahrt und Administration kosten bei 15 kWp kaum mehr als bei 8, verteilen sich aber auf fast die doppelte Leistung. Die Mechanik dahinter erklärt der Beitrag Kosten pro kWp.
Wer braucht überhaupt 15 kWp?
Ehrliche Antwort: Kaum jemand «braucht» sie heute – und trotzdem planen wir diese Grösse regelmässig. Das ist kein Widerspruch. In der Praxis entsteht eine 15-kWp-Anlage fast immer auf einem der beiden Wege:
Das Dach gibt es her. Ein grosszügiges Einfamilienhaus mit durchgehender Dachfläche oder ein Ost-West-Dach mit beidseitiger Belegung landet bei Vollbelegung schnell in dieser Klasse. Da die Mehrkosten pro zusätzlichem kWp klein sind, ist die Vollbelegung meist die wirtschaftlichere Wahl als eine künstlich verkleinerte Anlage.
Der Verbrauch wächst planbar. Wärmepumpe plus E-Auto – oder zwei E-Autos – verdoppeln bis verdreifachen den Strombedarf eines Haushalts über die Jahre. Wer das kommen sieht, belegt einmal richtig statt zweimal mit Gerüst.
Für Häuser, deren Dach nur die Hälfte hergibt, ist das kein Nachteil – die passende Herleitung zeigt der 10-kWp-Beitrag.
Wohin mit dem Überschuss?
Hier unterscheidet sich die 15-kWp-Klasse spürbar von kleineren Anlagen. Bei 13’500 bis 15’500 kWh Jahresproduktion und einem Haushaltsverbrauch von vielleicht 5’000 bis 9’000 kWh wird ein grosser Teil des Stroms eingespeist – selbst mit Wärmepumpe und E-Auto. Zwei Konsequenzen:
Der Rückliefertarif wird zum echten Faktor. Was Ihr Netzbetreiber für den Überschuss bezahlt, unterscheidet sich in der Region erheblich – die aktuelle Übersicht: Rückliefertarife im Vergleich. Bei kleineren Anlagen ist das ein Nebenposten, bei 15 kWp verschiebt es die Rechnung sichtbar.
Eigenverbrauch bleibt trotzdem König. Jede selbst genutzte Kilowattstunde bringt mehr als jede eingespeiste. Die Abwägung, wie viel Optimierung sinnvoll ist, behandelt Eigenverbrauch oder Einspeisen? – und die konkreten Hebel der Beitrag Eigenverbrauch optimieren.
Dazu kommt ein Detail, das viele nicht auf dem Radar haben: Auch für den Herkunftsnachweis (HKN) des eingespeisten Stroms gibt es je nach EW eine Vergütung – bei dieser Produktionsmenge lohnt sich der Blick darauf.
Mit Speicher oder ohne?
Die Speicherfrage stellt sich bei 15 kWp deutlicher als bei kleinen Anlagen, weil an Sommertagen viel Überschuss anfällt. Unsere Einordnung bleibt dieselbe: wirtschaftlich funktioniert die Anlage auch ohne, und ein Hybridwechselrichter hält die Nachrüstung offen. Wer heute schon hohen Abend- und Nachtverbrauch hat (Wärmepumpe, E-Auto mit Heimladung), für den kann der Speicher früher sinnvoll werden. Die Zahlen: Solaranlage mit Speicher und Lohnt sich ein Stromspeicher?
Bei grossen Dächern erleben wir zwei Denkfehler in beide Richtungen. Der eine: «15 kWp sind zu viel für uns» – gerechnet auf den heutigen Verbrauch stimmt das oft, nur steht die Anlage 25 Jahre und länger auf dem Dach, und in dieser Zeit kommen bei den meisten Wärmepumpe oder E-Auto dazu. Der andere: die Erwartung, der grosse Überschuss mache die Anlage zur Geldanlage. Die Rücklieferung trägt zur Rechnung bei, aber sie trägt die Rechnung nicht. Wer beide Punkte nüchtern einordnet, trifft die Grössenentscheidung in der Regel schnell – das Dach entscheidet, nicht die runde Zahl.
Häufige Fragen
Wie viel Dachfläche brauchen 15 kWp?
Rund 68 bis 82 m² bei aktuellen Modulen mit 430–450 Wp, das entspricht 33 bis 36 Modulen. Auf Ost-West-Dächern verteilt sich die Belegung auf beide Dachhälften; die nutzbare Fläche ist wegen Kaminen, Fenstern und Randabständen kleiner als die Dachfläche auf dem Plan.
Was bringt die Einmalvergütung bei 15 kWp?
Derzeit rund CHF 5’400 (ca. CHF 360 pro kWp, Stand: Juli 2026). Massgebend sind die Ansätze von Pronovo zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme – Anspruch und Ablauf im Beitrag Einmalvergütung.
Brauche ich für 15 kWp eine Bewilligung?
Für die Anlagengrösse selbst gibt es keine besondere Hürde – massgebend sind wie bei jeder Anlage das Meldeverfahren der Gemeinde und das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber. Auf geschützten Objekten oder in Kernzonen gelten Sonderregeln, unabhängig von der Grösse.
Lohnt sich bei 15 kWp die Volleinspeisung?
In Einzelfällen kann das interessant sein, etwa bei sehr tiefem Eigenverbrauch. Für die meisten Eigenheime bleibt die Kombination aus Eigenverbrauch plus Einspeisung des Rests die bessere Rechnung. Das hängt an den Tarifen Ihres EW – wir rechnen beide Varianten auf Wunsch nebeneinander.
Ab wann ist ein Mehrfamilienhaus-Modell (ZEV) ein Thema?
Sobald mehrere Wohnungen im Haus den Solarstrom nutzen sollen. Bei grossen EFH-Anlagen mit Einliegerwohnung kann sich das bereits stellen – die Modelle im Vergleich: ZEV, vZEV oder LEG?
Kostenlose Erstberatung
Gibt Ihr Dach 15 kWp her?
Wir prüfen Fläche, Verschattung und Elektrik – und rechnen Ihnen die Varianten mit den Tarifen Ihrer Gemeinde. Kostenlos und unverbindlich.
Quellen: Pronovo AG, Bundesamt für Energie BFE, EnergieSchweiz (sonnendach.ch), Swissolar.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion

