Kurzantwort

Aufdach – Module auf einem bestehenden Dach – ist in der ganzen Schweiz die mit Abstand häufigste Montageart. Wie stark der Anteil dachintegrierter (Indach-)Anlagen ist, unterscheidet sich zwischen den Kantonen aber deutlich: von rund 3 Prozent im Tessin bis über 29 Prozent in Appenzell Innerrhoden. Grundlage ist eine Auswertung des öffentlichen BFE-Anlagenregisters. (Stand: Registerdaten August 2026)

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufdach-Montage ist gemäss den öffentlich verfügbaren Registerdaten in jedem Kanton die häufigste Bauart – Indach bleibt überall in der Minderheit.
  • Der Indach-Anteil schwankt zwischen den Kantonen stark: von rund 3 % (Tessin) bis über 29 % (Appenzell Innerrhoden).
  • Das Register weist die Montageart über die Feldkategorien Aufdach, Indach und Freistehend aus, nicht über eine gesonderte «Indach-Quote»-Statistik des Bundes.
  • Ein hoher Indach-Anteil lässt sich nicht allein mit Ästhetik erklären – regionale Bauvorschriften und Dachtypen spielen ebenfalls eine Rolle.

Was unterscheidet Aufdach und Indach – und wie wird das erfasst?

Bei einer Aufdach-Anlage werden die Module auf einem bestehenden, unveränderten Dach montiert. Bei einer Indach-Anlage ersetzen die Module die Dacheindeckung selbst und bilden die wasserführende Schicht. Das BFE-Anlagenregister erfasst diese Unterscheidung direkt als Feld pro Anlage – zusammen mit einer dritten Kategorie für freistehende Anlagen.

Wie stark unterscheidet sich der Indach-Anteil zwischen den Kantonen?

KantonIndach-Anteil
Appenzell Innerrhoden29,1 %
Graubünden27,5 %
Glarus27,0 %
Wallis22,9 %
Obwalden22,4 %
Bern18,8 %
Waadt20,3 %
Schwyz16,7 %
Appenzell Ausserrhoden16,0 %
Basel-Stadt14,6 %
Zürich11,6 %
Neuenburg10,6 %
St. Gallen10,3 %
Freiburg10,3 %
Nidwalden15,5 %
Luzern8,6 %
Genf7,8 %
Solothurn8,1 %
Zug7,3 %
Aargau6,8 %
Basel-Landschaft6,8 %
Uri6,2 %
Schaffhausen5,8 %
Thurgau5,6 %
Jura5,6 %
Tessin2,8 %
Schweiz gesamt12,7 %

Quelle: BFE-Anlagenregister «Elektrizitätsproduktionsanlagen» (data.geo.admin.ch), Registerstand August 2026. Auffällig ist, dass die Kantone mit dem höchsten Indach-Anteil (Appenzell Innerrhoden, Graubünden, Glarus) eher ländlich-alpin geprägt sind, während grosse, wirtschaftsstarke Kantone wie Zürich, Aargau und Zug einen unterdurchschnittlichen Indach-Anteil zeigen.

Was bedeutet das für die eigene Planung?

Der gesamtschweizerische Indach-Anteil von rund 12,7 % zeigt: Auch wenn Indach-Systeme optisch überzeugen, bleibt Aufdach in jedem Kanton die Standardlösung – meist aus Kostengründen bei reinen Nachrüstungen. Indach ist vor allem dann eine Überlegung wert, wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht.

Aus der Praxis

In unserem eigenen, deutlich kleineren Projektportfolio liegt der Indach-Anteil mit rund 25 % über dem kantonalen Zürcher Durchschnitt von 11,6 % – das dürfte auch daran liegen, dass Indach-Projekte in der Beratung überproportional Gesprächsstoff bieten und dokumentiert werden, nicht daran, dass unser Portfolio repräsentativ für den Kanton ist.

Häufige Fragen

Ist Indach in der Schweiz überhaupt verbreitet?

Ja, aber als klare Minderheit: Gesamtschweizerisch liegt der Anteil bei rund 12,7 %, mit kantonalen Unterschieden zwischen unter 3 % und über 29 %.

Warum ist der Indach-Anteil in ländlich-alpinen Kantonen höher?

Das lässt sich mit den Registerdaten allein nicht abschliessend klären. Möglich sind Zusammenhänge mit Dachtypen, lokalen Bauvorschriften oder dem Anteil an Neubauten.

Ist ein hoher Indach-Anteil automatisch positiv zu werten?

Nicht zwingend. Indach ist meist teurer als Aufdach und lohnt sich vor allem bei ohnehin anstehender Dachsanierung.

Woher stammen diese Prozentangaben genau?

Aus dem öffentlichen BFE-Anlagenregister «Elektrizitätsproduktionsanlagen», das die Montageart pro Anlage erfasst.

Indach oder Aufdach für Ihr Dach?

Wir beraten ehrlich, wann sich eine Indach-Lösung lohnt – und wann Aufdach die wirtschaftlichere Wahl ist.

Quellen: BFE-Anlagenregister «Elektrizitätsproduktionsanlagen» (data.geo.admin.ch, Registerstand August 2026).

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026 · Kontakt für Rückfragen zur Methodik: ecoEn Fachredaktion