Das öffentliche BFE-Register «Elektrizitätsproduktionsanlagen» ist die einzige frei zugängliche, granulare Datenquelle für Photovoltaik-Anlagen in der Schweiz – zeigt aber die letzten rund zwölf Monate systematisch zu niedrig, weil Anmeldungen zeitversetzt einfliessen. In einer eigenen Auswertung erreichte die Registersumme rund 8’635 Megawatt, während die offizielle Jahresendzahl von Swissolar für 2025 bei rund 9’498,6 Megawatt lag – eine Erfassungsquote von rund 91 Prozent. (Stand: September 2026)
Das Wichtigste in Kürze
- Das BFE/Pronovo-Register ist frei zugänglich und liefert die granularste öffentliche Datenquelle zu Schweizer PV-Anlagen.
- Es untererfasst systematisch die jüngsten rund zwölf Monate, weil Anmeldungen erst zeitversetzt vollständig erscheinen.
- Registersumme rund 8’635 MW vs. Swissolar-Jahreszahl 2025 von rund 9’498,6 MW – eine Erfassungsquote von rund 91 %.
- Strukturelle Vergleiche (Kanton, Anlagetyp) sind von diesem Effekt kaum betroffen, sofern sie über mehrere Zeitschnitte hinweg stabil bleiben.
Welche Datenquelle ist gemeint – und warum ist sie wichtig?
Das BFE führt unter der Bezeichnung «Elektrizitätsproduktionsanlagen» ein öffentlich zugängliches Register, das die Anmeldedaten speist, die jede Anlage bei Pronovo hinterlässt. Es ist die einzige frei zugängliche Quelle, die Photovoltaik-Anlagen bis auf Gemeindeebene nachvollziehbar macht.
Wie gross ist die Untererfassung – und wie wurde sie geprüft?
| Quelle | Wert (Ende 2025) | Charakter |
|---|---|---|
| BFE/Pronovo-Register (eigene Auswertung) | rund 8’635 MW | granular, mit Erfassungsverzug bei jüngsten Anmeldungen |
| Swissolar «Statistik Sonnenenergie» | rund 9’498,6 MW | jährliche, konsolidierte Verbandszahl |
| Rechnerische Erfassungsquote | rund 91 % | eigene Berechnung ecoEn |
Stand: Auswertung mit Bezugsjahr 2025. Die Erfassungsquote ist eine eigene Verhältnisrechnung, keine offizielle Kennzahl von BFE, Pronovo oder Swissolar.
Wie lässt sich prüfen, ob eine Kennzahl von diesem Effekt betroffen ist?
Ein einfacher Robustheitstest: Eine strukturelle Kennzahl (etwa eine kantonale Rangfolge) wird zu mehreren Zeitschnitten berechnet. Bleibt der Rangplatz über alle Zeitschnitte stabil, ist die Kennzahl vermutlich kein Artefakt der jüngsten Untererfassung. Praktische Konsequenz: Absolute Zubauzahlen des laufenden Jahres sollten gegen eine zweite, konsolidierte Quelle geprüft werden, bevor sie als aktueller Jahreswert kommuniziert werden.
Bei der Arbeit mit Registerdaten für eigene Auswertungen ist uns dieser Effekt zunächst als scheinbarer «Einbruch» im aktuellsten Jahr aufgefallen – erst der Abgleich mit der Swissolar-Jahresstatistik hat gezeigt, dass es sich um einen Erfassungsverzug und keinen realen Rückgang handelt.
Häufige Fragen
Ist das BFE/Pronovo-Register damit als Datenquelle unbrauchbar?
Nein. Für granulare, strukturelle Fragen bleibt es die mit Abstand detailreichste öffentliche Quelle. Nur bei absoluten Zubauzahlen der jüngsten rund zwölf Monate ist Vorsicht geboten.
Warum ist die Untererfassung nicht amtlich dokumentiert?
Uns liegt keine offizielle BFE- oder Pronovo-Publikation vor, die diesen Effekt explizit beziffert. Die hier gezeigte Einordnung beruht auf einem eigenen Abgleich mit der Swissolar-Jahresstatistik.
Wie gross ist die Verzögerung typischerweise?
In der eigenen Auswertung betraf der Effekt vor allem die letzten rund zwölf Monate vor dem jeweiligen Auswertungsstichtag.
Kann ich diese Methodik für eine eigene Arbeit übernehmen?
Ja, die Vorgehensweise ist offen beschrieben und lässt sich auf andere Fragestellungen mit denselben Daten übertragen.
Fragen zur Dateninterpretation?
Für Rückfragen zur hier beschriebenen Methodik steht die ecoEn Fachredaktion zur Verfügung.
Quellen: BFE/Pronovo-Register «Elektrizitätsproduktionsanlagen» (data.geo.admin.ch), Swissolar «Statistik Sonnenenergie».
Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026 · Kontakt für Rückfragen zur Methodik: ecoEn Fachredaktion

