Kurzantwort

Die Einmalvergütung beantragen Sie über das Online-Portal von Pronovo: Konto erstellen, Gesuch mit den Anlagedaten einreichen, Beglaubigung durch eine akkreditierte Stelle abwarten, Verfügung erhalten, Auszahlung. Bei Anlagen unter 100 kWp (KLEIV) läuft das nach der Inbetriebnahme – in der Praxis übernimmt meist der Installationsbetrieb den gesamten Ablauf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pronovo ist die vom Bund beauftragte Zertifizierungsstelle – dort laufen alle EIV-Gesuche zusammen.
  • Beim Einfamilienhaus (KLEIV) gilt: zuerst Inbetriebnahme, dann Gesuch.
  • Kernstück ist die Beglaubigung der Anlagedaten – hier entstehen die meisten Verzögerungen.
  • Von Gesuch bis Auszahlung vergehen erfahrungsgemäss mehrere Monate.
  • Ihr Installationsbetrieb kann (und sollte) den Prozess für Sie führen.

Was ist Pronovo – und warum führt kein Weg daran vorbei?

Die Pronovo AG wickelt im Auftrag des Bundes die Förderprogramme für erneuerbare Energien ab, darunter die Einmalvergütung für Photovoltaik. Ohne Gesuch bei Pronovo gibt es keinen Bundesbeitrag – der Beitrag wird nicht automatisch ausgelöst, auch wenn Ihre Anlage längst Strom liefert und beim Netzbetreiber angemeldet ist. EW-Anmeldung und Pronovo-Gesuch sind zwei getrennte Prozesse; das wird gerne verwechselt.

Der Ablauf in 5 Schritten

Schritt 1: Konto im Pronovo-Portal erstellen

Registrierung mit E-Mail und Personalien der Anlagenbetreiberin bzw. des Betreibers – also der Person, der die Vergütung ausbezahlt wird. Praktisch: Der Installationsbetrieb kann als Bevollmächtigter handeln; dazu genügt eine Vollmacht.

Schritt 2: Gesuch erfassen

Im Portal erfassen Sie die Anlage: Standort, installierte Leistung, Anlagekategorie (angebaut, integriert, freistehend), Inbetriebnahmedatum, Zahlungsverbindung. Beim klassischen Einfamilienhaus ist das Programm KLEIV – das Portal ordnet nach Leistung automatisch zu.

Schritt 3: Beglaubigung der Anlagedaten

Der entscheidende Schritt: Eine akkreditierte Stelle – je nach Fall der Netzbetreiber oder ein unabhängiger Auditor – bestätigt, dass die gemeldeten Daten stimmen. Grundlage sind die technischen Unterlagen der Installation. Sind Leistungsangaben, Kategorie oder Datum widersprüchlich, kommt das Dossier mit Rückfragen zurück – der häufigste Grund, warum sich Gesuche hinziehen (typische Fehler).

Schritt 4: Prüfung und Verfügung

Pronovo prüft das beglaubigte Dossier und stellt die Verfügung aus – das ist der rechtsverbindliche Entscheid über Höhe und Auszahlung. Massgebend für die Höhe sind die Ansätze zu Ihrem Stichtag, nachlesbar im Tarifrechner von Pronovo.

Schritt 5: Auszahlung

Nach der Verfügung folgt die Überweisung auf das hinterlegte Konto. Geduld gehört dazu: Zwischen Gesuchseingang und Geld auf dem Konto vergehen erfahrungsgemäss mehrere Monate – aktuelle Erfahrungswerte: Pronovo-Wartezeiten.

Diese Unterlagen sollten bereitliegen

UnterlageWofür
Inbetriebnahmeprotokoll / AbnahmedokumenteInbetriebnahmedatum, Nachweis
Technische Anlagedaten (Modulanzahl, -leistung, Wechselrichter)Leistungsberechnung, Beglaubigung
Anschlussbestätigung des NetzbetreibersZuordnung Messpunkt
Angaben zur Anlagekategorie (Fotos helfen)angebaut vs. integriert – beeinflusst die Einstufung
IBAN der Betreiberin/des BetreibersAuszahlung
ggf. Vollmachtwenn der Betrieb das Gesuch führt

Stand: Juli 2026 – massgebend sind die aktuellen Anforderungen im Pronovo-Portal.

Selbst machen oder machen lassen?

Sie dürfen das Gesuch selbst führen – es ist kein Hexenwerk, aber Detailarbeit mit technischen Angaben, die ohnehin vom Installationsbetrieb stammen. Deshalb unsere klare Empfehlung (und unser Standard): Der Betrieb, der die Anlage gebaut hat, reicht auch das Gesuch ein. Er hat alle Daten aus erster Hand, kennt die Kategorien-Abgrenzung und beantwortet Rückfragen der Beglaubigungsstelle ohne Umweg über Sie. Klären Sie beim Offertenvergleich explizit, ob das im Preis enthalten ist – die Checkliste fragt danach.

Aus der Praxis

Der Zeitfresser Nummer eins ist nicht Pronovo selbst, sondern ein unsauberes Dossier: eine Leistungsangabe, die nicht zum Modul-Datenblatt passt, ein fehlendes Inbetriebnahmedatum, eine falsch gewählte Kategorie. Jedes dieser Details löst eine Rückfrageschleife aus, die Wochen kostet. Unser Vorgehen: Das Dossier wird schon während der Installation komplett zusammengestellt – am Tag der Inbetriebnahme ist es abschickbereit. Langweilig, aber wirksam.

Häufige Fragen

Muss ich mich vor dem Bau bei Pronovo anmelden?

Beim Standardfall KLEIV (unter 100 kWp) nein – das Gesuch folgt nach der Inbetriebnahme. Anders bei Grossanlagen (GREIV) und bei Volleinspeise-Konstellationen (HEIV): Dort gehört die Verfahrensfrage in die Planungsphase.

Wer gilt als Antragsteller – ich oder die Solarfirma?

Immer die Betreiberin bzw. der Betreiber der Anlage; die Vergütung geht auf deren Konto. Die Firma kann den Prozess per Vollmacht führen, tritt aber nicht an Ihre Stelle.

Was kostet die Anmeldung?

Für die Beglaubigung können Gebühren anfallen; ob und in welcher Höhe, hängt vom Verfahren und der Beglaubigungsstelle ab. Fragen Sie Ihren Betrieb, ob diese Kosten in der Offerte enthalten sind.

Wie erfahre ich den Stand meines Gesuchs?

Im Pronovo-Portal ist der Status einsehbar; Verfügungen kommen schriftlich. Führt Ihr Installationsbetrieb das Gesuch, halten Sie sich an ihn – er sieht denselben Status.

Was passiert bei einer Anlagenerweiterung?

Erweiterungen werden separat gemeldet und nach eigenen Regeln vergütet (Details). Wichtig ist die saubere Abgrenzung zwischen Alt- und Neuleistung – auch hier zahlt sich ein vollständiges Dossier aus.

Kostenlose Erstberatung

Bei ecoEn ist das Gesuch Teil des Projekts.

Wir bauen die Anlage, stellen das Dossier zusammen und führen das Pronovo-Gesuch – Sie bekommen die Verfügung und das Geld.

Swissolar-zertifizierter Fachbetrieb · ESTI-Installationsbewilligung (Art. 14 NIV) · seit 2017 in Zürich · über 150 realisierte Anlagen · persönliche Antwort vom Fachbetrieb, kein Callcenter

Quellen: Pronovo AG (Portal, Merkblätter, Tarifrechner), BFE.

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion