Kurzantwort

2026 zahlt in der Region kein Werk gleich viel: In der Stadt Zürich vergütet ewz im Schnitt 12,91 Rp./kWh, Stadtwerk Winterthur saisonal 10 bis 13 Rp., EKZ und Glattwerk reichen den Marktpreis plus Herkunftsnachweis weiter, im Aargau lässt die AEW zwischen 8,2 Rp. fix und Marktpreis wählen, und in Zug zahlt die WWZ Marktpreis plus 1 Rp. Bei einer typischen Anlage liegen zwischen dem tiefsten und dem höchsten Netzgebiet schnell mehrere hundert Franken pro Jahr. (Stand: August 2026)

Hausbesitzer vergleicht Rückliefertarife mit Stromabrechnungen und Solar-Dashboard
Vergleich von Rückliefertarifen anhand von Abrechnungen und Solarertrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Spannweite 2026 reicht von der gesetzlichen Mindestvergütung um 6 Rp./kWh bis zu 14 Rp. im Zürcher Quartierstrom-Modell.
  • Den Netzbetreiber bestimmt die Adresse – der Vergleich dient der Planung, nicht der Anbieterwahl.
  • Festpreis-Modelle (ewz, AEW-Fixvariante) geben Planbarkeit; Marktpreis-Modelle (EKZ, WWZ, Glattwerk) schwanken mit dem Quartal.
  • Der Herkunftsnachweis macht bis zu einem Drittel der Vergütung aus – aber fast nirgends automatisch.
  • Saisonmodelle wie in Winterthur klingen attraktiv, doch der PV-Überschuss fällt überwiegend in die Sommerquartale.

Welche Tarife gelten 2026 in den Kantonen ZH, AG und ZG?

Die Region zerfällt 2026 in klar unterscheidbare Tarifzonen – hier der Vergleich nach Kanton, mit den Werten für die typische Einfamilienhaus-Anlage:

Kanton / GebietNetzbetreiberVergütung 2026 (inkl. HKN, EFH-Anlage)
Stadt ZürichewzØ 12,91 Rp./kWh (inkl. 3 Rp. HKN + 2 Rp. Solarförderung); LEG-Modell solarquartier: 14 Rp.
Kanton ZH (Winterthur)Stadtwerk Winterthursaisonal: 13,00 Rp. Winter- / 10,00 Rp. Sommerquartale
Kanton ZH (übriges Gebiet)EKZReferenz-Marktpreis + bis 3,00 Rp. HKN; Boden 6,0 Rp. – seit dem Q2-Einbruch (3,90 Rp.) gilt der Boden: 9,0 Rp.
Kanton ZH (Dübendorf)GlattwerkReferenz-Marktpreis + 1,50 Rp. HKN (auf Antrag); Boden 6,0 Rp.
AargauAEWWahlmodell: 8,2 Rp. fix inkl. HKN oder Referenz-Marktpreis
ZugWWZReferenz-Marktpreis + 1,00 Rp. Solar-HKN

Richtwerte exkl. MwSt., Stand: August 2026, gemäss den aktuellen Publikationen der Werke. Die Tarife werden periodisch angepasst – massgebend ist die aktuelle Publikation Ihres Netzbetreibers. Alle Werte im Detail: ewz · EKZ · Winterthur · Glattwerk · AEW · WWZ.

Wie diese Modelle grundsätzlich funktionieren – Referenz-Marktpreis, Mindestvergütung, die vier Modellphilosophien – erklärt die grosse Tarif-Übersicht. Dieser Vergleich hier beantwortet die konkretere Frage: Was heisst das 2026 in Franken, und welches Modell fährt in welcher Lage besser?

Was bringt eine typische Anlage 2026 konkret ein?

Rechnen wir es durch – mit einem realistischen Beispiel: Eine 10-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus speist nach Abzug des Eigenverbrauchs oft in der Grössenordnung von 4’000 kWh pro Jahr ein. Bei diesem Überschuss ergeben die Tarife von oben:

NetzgebietRechnung (vereinfacht)Jahresvergütung (Grössenordnung)
ewz (Stadt ZH)4’000 × 12,91 Rp.≈ CHF 515
Winterthur4’000 × 10–13 Rp. je nach Saisonverteilung≈ CHF 400–520
EKZ4’000 × (Marktpreis + bis 3 Rp.)≈ CHF 360–530, quartalsabhängig
Glattwerk4’000 × (Marktpreis + 1,5 Rp.)≈ CHF 300–470, quartalsabhängig
AEW fix (AG)4’000 × 8,2 Rp.≈ CHF 328
WWZ (ZG)4’000 × (Marktpreis + 1 Rp.)≈ CHF 280–450, quartalsabhängig

Illustrative Beispielrechnung mit Richtwerten, Stand: August 2026, unverbindlich. Der untere Rand der Marktpreis-Spannen entspricht dem Szenario «gesetzlicher Boden» – seit dem 2. Quartal 2026 ist genau das der Fall. Der tatsächliche Überschuss hängt von Anlagengrösse und Eigenverbrauch ab; Marktpreis-Bandbreiten sind Schätzungen auf Basis des bisherigen Quartalsverlaufs. Massgebend sind die aktuellen Tarife Ihres Werks.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Zwischen der Stadt Zürich und einem Marktpreis-Gebiet in einem schwachen Quartalsjahr liegen bei identischer Anlage rasch CHF 150 bis 250 pro Jahr – über die Lebensdauer der Anlage ein vierstelliger Betrag. Zweitens: Die Spannen der Marktpreis-Modelle sind gross, weil niemand die Quartalswerte der nächsten Jahre kennt. Wer die Wirtschaftlichkeit rechnet, nimmt den konservativen Rand der Spanne – nicht den besten Fall.

Fix oder Marktpreis: Welches Modell fährt 2026 besser?

Die ehrliche Antwort: Das entscheidet sich erst rückblickend – aber die Logik der Wahl lässt sich klar beschreiben.

Festpreis kaufen heisst Planbarkeit kaufen. ewz-Kunden und AEW-Kunden in der Fixvariante wissen auf den Rappen, was die Kilowattstunde bringt. Dafür verzichten sie auf die Chance, dass ein starkes Marktquartal mehr abwirft. Im Aargau ist das eine echte Jahresentscheidung: Die AEW lässt zwischen Fixpreis und Marktpreis wählen – wer viel Wert auf eine verlässliche Rechnung legt, nimmt die 8,2 Rp.; wer die Schwankung trägt, den Markt.

Marktpreis nehmen heisst mit dem Sommer-Paradox leben. Die Marktpreis-Modelle von EKZ, WWZ und Glattwerk schwanken nicht zufällig, sondern systematisch: Gerade in sonnenreichen Sommerquartalen, wenn alle Anlagen gleichzeitig einspeisen, tendiert der Referenz-Marktpreis nach unten. Der Solarproduzent verkauft also strukturell dann, wenn das Angebot am grössten ist. Die gesetzliche Mindestvergütung von 6,0 Rp. (bis 30 kWp) zieht den Boden ein – mehr zur Mechanik im Beitrag zur Mindestvergütung.

Und das Saisonmodell? Winterthurs 13 Rp. im Winter klingen nach dem besten Deal der Region – aber der Überschuss einer typischen Anlage fällt überwiegend in die Sommerquartale zu 10 Rp. Das Saisonmodell belohnt gezielt Anlagen, die auch im Winter liefern: steile Dächer, Ost-West- und Fassadenbelegungen. Für die Standard-Südanlage rechnet es sich näher am Sommerwert, als die Winterzahl suggeriert.

Über allem steht die Regel, die in jedem Netzgebiet gilt: Selbst verbrauchter Strom schlägt eingespeisten – die Tarifwahl optimiert den zweiten Platz. Ob mehr Eigenverbrauch oder mehr Einspeisung das Budget stärker entlastet, ist die vorgelagerte und wichtigere Frage.

Worauf sollten Sie beim Tarifvergleich 2026 achten?

Den HKN nicht liegen lassen. Bei EKZ sind es bis zu 3 Rp., bei Glattwerk 1,5 Rp. auf Antrag, bei der WWZ 1 Rp. – der Herkunftsnachweis macht einen relevanten Teil der Vergütung aus und fliesst fast nirgends automatisch. Anmeldung prüfen, sonst verschenken Sie je nach Werk einen Viertel des Ertrags. Wie das geht: HKN verkaufen.

Das Modell im eigenen Werk aktiv wählen. Wahlmöglichkeiten wie bei der AEW oder der Antrag beim Glattwerk sind Bringschulden des Produzenten. Wer nie wählt, bekommt den Standard – der nicht immer die beste Variante ist.

Jährlich kurz nachschauen. Festpreise werden jährlich neu publiziert, Marktpreise ändern quartalsweise. Der Tarif, mit dem Ihre Anlage geplant wurde, ist nicht der Tarif für immer – ein kurzer Blick in die Jahrespublikation des Werks gehört zur Betriebsroutine.

Beim Neubau konservativ rechnen. Für die Investitionsentscheidung zählt der langjährige, vorsichtig geschätzte Schnitt. Eine Offerte, die mit dem besten Quartalswert oder dem Winterthurer Wintertarif als Dauerzustand rechnet, schönt die Rechnung.

Aus der Praxis

Der häufigste Vergleichsfehler, den wir 2026 sehen: Kundinnen und Kunden vergleichen den Nachbarort mit dem eigenen und ärgern sich über «ungerechte» Tarife – dabei ist der Netzbetreiber nicht wählbar, und die Energie geht in die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Was hole ich in meinem Netzgebiet heraus? In einem EKZ-Gebiet heisst das: HKN anmelden, fertig – das sind bis zu 3 Rp. für einen Brief. Im AEW-Gebiet: die Fix-oder-Markt-Wahl bewusst treffen statt verfallen lassen. Und überall: den Eigenverbrauch optimieren, bevor man über Rappen beim Einspeisen diskutiert. Die Tariftabelle ist der Startpunkt der Planung, nicht ihr Ergebnis.

Häufige Fragen

Welches Werk zahlt 2026 am meisten für Solarstrom?

Für die typische Einfamilienhaus-Anlage führt ewz mit durchschnittlich 12,91 Rp./kWh, im Quartierstrom-Modell 14 Rp. Dahinter folgt Stadtwerk Winterthur mit 13 Rp. in den Winterquartalen. Die Marktpreis-Modelle können in starken Quartalen aufschliessen, liegen im Jahresschnitt aber meist darunter.

Kann ich zu einem Werk mit besserem Rückliefertarif wechseln?

Nein – der Netzbetreiber ist an die Adresse gebunden. Beeinflussen können Sie das Modell innerhalb Ihres Werks (etwa bei der AEW), die HKN-Anmeldung und vor allem den Eigenverbrauch. Der Vergleich hilft bei Erwartung und Anlagenplanung, nicht bei der Anbieterwahl.

Warum schwankt meine Vergütung von Quartal zu Quartal?

Weil Ihr Werk vermutlich ein Marktpreis-Modell führt: Vergütet wird der vierteljährlich gemittelte Referenz-Marktpreis des Bundes, plus allfälliger HKN-Zuschlag. In sommerlichen Quartalen mit viel Solareinspeisung tendiert dieser Preis nach unten. Die Mindestvergütung von 6,0 Rp. (bis 30 kWp) bildet den Boden.

Lohnt sich bei den Tarifen 2026 das Einspeisen überhaupt noch?

Ja – die verbreitete Ansicht «Einspeisen bringt nichts mehr» stammt aus Jahren mit 4-Rappen-Tarifen und stimmt 2026 in der Region nicht. Zwischen 8 und 13 Rp. sind realistisch. Richtig bleibt: Eigenverbrauch ist wertvoller, deshalb wird zuerst er optimiert und der Überschuss als zweiter Ertragspfeiler geplant.

Wie oft sollte ich die Tarife neu vergleichen?

Einmal jährlich reicht: Festpreis-Modelle publizieren neue Sätze aufs Jahr, und dann fallen auch Modellwahlen (AEW) oder Anträge (HKN) an. Bei Marktpreis-Modellen lohnt zusätzlich der gelegentliche Blick auf den Quartalswert – für das Erwartungsmanagement, nicht für hektische Reaktionen.

Kostenlose Erstberatung

Was gilt an Ihrer Adresse – und was holen Sie heraus?

Wir rechnen Ihre Anlage mit dem echten 2026er-Tarif Ihres Netzbetreibers, inklusive HKN-Anmeldung und Modellwahl – konservativ statt schöngerechnet.

Quellen: Tarifblätter und Publikationen von ewz, EKZ, Stadtwerk Winterthur, Glattwerk, AEW Energie AG und WWZ Energie AG (2026), Bundesamt für Energie (Referenz-Marktpreis), Energieverordnung (Mindestvergütung), Pronovo AG (HKN).

Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026 · Autor: ecoEn Redaktion